Virtueller Drehpunkt (Instant Center)

Ausgangslage des virtuellen Drehpunkts

Bestimmung des Virtuellen Drehpunkts – Viergelenksystem Basis Horst Link

Der Virtuelle Drehpunkt beschreibt einen über den Einfederungsvorgang wandernden Punkt, auch Momentanpol genannt. Die Hinterachse führt im Verlauf der Einfederung eine komplexe, zusammengesetzte rotatorische (Drehung) und translatorische Bewegung (horizontale und vertikale Verschiebung) aus. Dieser Verlauf kann in jedem Punkt der Hinterachse über den Virtuellen Drehpunkt als rein rotatorische Bewegung in Abhängigkeit der Zeit dargestellt werden.

Lage des virtuellen Drehpunkts im eingefederten Zustand

Ermittlung des Virtuellen Drehpunkts

Der Virtuelle Drehpunkt wird dabei wie folgt ermittelt: Bei einem Viergelenk System (Basis Horst Link) ergibt sich der Virtuelle Drehpunkt aus dem Schnittpunkt von zwei Geraden (sog. Lenker). Die erste Gerade ergibt sich hier aus den beiden Drehpunkten Horst-Link-Gelenk und Hauptschwingenlager, die zweite Gerade aus dem Anlenkpunkt des Sattelstreben-Linkage und dem Befestigungspunkt des Linkage am Hauptrahmen.

Einfluss des Virtuellen Drehpunkts auf den Hinterbau beim Pedalieren – Anti Squat Effekt

Beim Pedalieren werden große Kräfte über die Kurbeln auf die Kette (bis zu 4.000 N Kettenzugkraft) übertragen. Neben dem Beschleunigungsvorgang treten dynamische Radlaständerungen auf, die sich mit den Kräften aus dem Kettenzug überlagern. Diese dynamischen Radlaständerungen resultieren aus der um 180° zueinander versetzt montierten Kurbeleinheit, die beim Pedalieren zu einer schwellende Kettenkraft führt. Je nach Position und Lage des Virtuellen Drehpunkts in Kombination mit der Raderhebungskurve kann dieser stabilisierend (=beruhigend -> positiver Anti-Squat) auf die schwellenden Kettenzugkräfte Einfluss nehmen oder den „Schaukel“-Effekt (=einfedern -> negativer Anti-Squat) weiter verstärken.

Ziel unserer Entwicklung ist es, ein „neutrales, stabilisierendes“ Fahrwerk zu realisieren. Dabei liegt der Virtuelle Drehpunkt während des Einfedervorgangs stets oberhalb des Kettenzugs; das Resultat ist ein Fahrwerk, das beim Beschleunigungsvorgang minimal ausfedert und so stets optimalen Grip und Vortrieb bietet.

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