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Touren-Tipp: In sieben Tagen rund um den Ortler

Der Mountainbike-Tourenexperte Uli Stanciu beschreibt die siebentägige Rundtour um das Ortler-Massiv als „Single-Trail-Orgie“. Doch wer in den Genuss abgelegener und einsamer Trails sowie atemberaubender Bergpanoramen kommen will, muss gute Kondition und sichere Fahrtechnik mitbringen. Dann wird die Rundtour um einen der höchsten Alpengipfel zum unvergesslichen Erlebnis.

Tag 1

Start und Ziel der Ortlerumrundung ist die kleine Stadt Glurns im Vinschgau. Von hier aus geht es am ersten Tag über 34 Kilometer, bei denen 1.647 Höhenmeter zu bewältigen sind, hinauf zur Schaubach-Hütte. Die unterhalb des Matritschjoch auf 2.604 Metern gelegene Hütte ist Ziel der ersten Etappe und von der Talstation der Bergbahn Sulden mit der Gondel erreichbar. Hartgesottene können die erste Etappe auch gleich um knapp 700 Höhenmeter erweitern und die steile Schotterstraße hinauf zur Bergstation mit Muskelkraft bewältigen.

 

Tag 2

Der zweite Tag beginnt mit einer Schiebestrecke von rund 500 Höhenmetern über loses Geröll steil hinauf zum Matritschjoch (3.123m). Die Belohnung folgt umgehend: Eine schöne Trailabfahrt hinab zur 2.265m hoch gelegenen Zufallhütte und von hier über Forstwege, Trails und Asphaltstrecken weiter bergab bis nach Naturns. Dort angekommen hat man über 2.580 Höhenmeter vernichtet und ist bereit für die Auffahrt zum Ziel der zweiten Etappe: die auf 1.109 Metern gelegene Naturnseer Alm.

 

Tag 3

Etappenziel des dritten Tages ist die Haselgruber Hütte auf 2.425 Meter unterhalb des 2.451 Metern hohen Passo di Rabbi, dem höchsten Punkt dieser Tagesetappe. Die Fahrt dorthin führt von der Naturnseer Alm zunächst über Trails und Schiebestrecken vorbei an der Innerfalkomai Alm und von dort bergab nach St. Walburg über St. Nikolaus und St. Gertraud hinein ins schöne Kirchbergtal bis zur 1.885 Meter hoch gelegenen Kaseralm. Ab hier wird der Forstweg bald extrem steil und zwingt den Biker zu einer Schiebestrecke von rund 550 Höhenmetern hinauf zum Rabi-Joch.

 

Tag 4

Der Tag beginnt mit einer schönen Abfahrt über Trails und Schotterwege hinab nach Rabbi. Von hier geht’s über Rad- und Forstwege über 890 Höhenmeter hinauf zur Malga Cercen Alta. Die letzten 475 Höhenmeter zum Passo Cercen müssen auf dem steilen Wanderweg wieder zu Fuß bewältigt werden. Lohn der Strapazen ist die sich anschließende Abfahrt vom 2.663 Meter hohen Passo Cercen über Trails, Pfade und Schotterwege hinab nach Fucine. Von dort erfolgt der zweite Anstieg des Tages über Cortina und Vermiglio hinauf Richtung Passo Tonale, dem Etappenziel von Tag 4.

 

Tag 5

Vom 1880 Meter hoch gelegenen Passo Tonale geht es am fünften Tag der Ortlerumrundung zunächst über Schotter- und Wiesenwege, dann über einen steilen Pfad mit Schiebepassage hinauf auf 2.273 Meter. Es folgt eine schöne Trailabfahrt hinab nach Pezzo (1.565m), von wo aus der Anstieg zum 2.604 Meter hoch gelegenen Passo Gavia beginnt. Nach der Passhöhe rollt man kräftesparend hinab nach Santa Catarina (1.750m), um sich dann dem letzten Anstieg hinauf zum Rifugio Forni (2.175m), dem Etappenziel, zu stellen.

 

Tag 6

Der 3.001 Meter hoch gelegene Passo Zebru ist der höchste Punkt der sechsten Tagesetappe, den man über Schotterwege, Pfade und eine knapp 200 Höhenmeter lange Schiebepassage erreicht. Die Abfahrt von dort durch das Val Zebru hinab nach Bormio beginnt zunächst auf losem Geröll mit kurzer Tragestrecke und mündet dann in einen schönen Flowtrail. Nach kurzem Anstieg in der Nähe der Siedlung Fantelle geht es weiter bergab zur Alpe Reit, dem Etappenziel von Tag 6.

 

Tag 7

Der letzte Tag hat es mit 2.769 Höhenmetern und knapp 67 Kilometern noch mal in sich. Auf dem Weg zur Dreisprachenspitze, dem mit 2.833 Höhenmetern höchsten Punkt des Tages, passiert man zunächst den Borchetta di Forcola (2.763m) und den Umbrailpass (2.501m). Wenn man die Dreisprachenspitze erreicht, hat man bereits zwei Schiebepassagen hinter sich und fährt dann über einen schönen Trail (mit Schiebestrecke) hinab zur Funkelhütte. Nach kurzem Anstieg passiert man auf der Strecke die Stilfseralm, rollt über Wald- und Wiesentrails hinab nach Burg Lichtenberg und von dort über Radwege zurück nach Glurns.

 

Fakten zur Ortlerumrundung

Länge: 332 km

Höhenmeter: 14199 hm

Dauer: 7 Tage

Schwierigkeit: hoch (Uli Stanciu stuft die Tour mit 4,7 von 5 Punkten ein)

Untergrund: 111 km Asphlat (48 km Straße, 63 km Radweg) / 108 km Schotter / 24,5 km Waldweg / 68 km Pfade / 17,5 km Trage- und Schiebestrecke / 2,8 km Seilbahn

 

Umfang der Tagesetappen

 

  • Tag 1: 34 km, 1647 hm
  • Tag 2: 64 km, 2151 hm
  • Tag 3 43 km, 1894 hm
  • Tag 4: 52 km, 2563 hm
  • Tag 5: 47 km, 2081 hm
  • Tag 6: 26 km, 1094 hm
  • Tag 7: 67 km, 2769 hm 

 

 

Tipp zur Tourenplanung:

Alle GPS-Daten, Höhenprofile und Roadbooks der Tour können auf der Website www.bike-gps.com kostenpflichtig heruntergeladen werden.

 

 

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