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Tipps zur Tourenplanung: Verhalten bei Gewitter

Wenn uns auf der Mountainbike-Tour ein Gewitter überrascht, kann es gefährlich werden. Die größte Gefahr geht hierbei von den nahezu unberechenbaren Blitzeinschlägen aus, die jedes Gewitter begleiten. Auch Starkregen und Wind sind unangenehme Begleiterscheinungen. Wie man sich bei einem Gewitter in den Bergen richtig verhält und so die Tour sicher zu Ende bringt, erläutern wir hier. 

Für die großräumigen Wettervorhersagen der meteorologischen Dienste ist die zuverlässige Vorhersage von Gewittern extrem schwierig. Die angewandten Wettermodelle können zwar die Gewitterneigung ermitteln, wo dann aber im Laufe des Tages die Gewitter exakt auftreten, lässt sich nicht berechnen.

Meldet der Wetterbericht, dass das Gewitterrisiko im Tagesverlauf zunimmt, so ist bei Mountainbike-Touren im alpinen Gelände Aufmerksamkeit und Vorsicht geboten. Ein regelmäßiger Blick zum Himmel und die Beobachtung der Wolkenformen in allen Himmelsrichtungen sind bei Gewittertendenz unabdingbar. Dabei ist es übrigens völlig egal, wie sonnig das Wetter gerade ist – Aufmerksamkeit ist angesagt!

 

Gewittergefahren: Blitz, Wind und Wasser

Gewitter können auch für uns Mountainbiker lebensgefährlich werden. Sobald man sich bei Blitz und Donner an exponierten Stellen aufhält, besteht höchste Gefahr vom Blitz getroffen zu werden. Bergrücken und Grate, Gipfel oder freie Wiesen auf denen man als Biker der höchste Punkt in der Landschaft ist, müssen gemieden werden.

Ebenso der mit dem Gewitter einhergehende Starkregen birgt in den Bergen Gefahr. Er lässt harmlose Bäche in wenigen Minuten zu reißenden Flüssen anschwellen. Eine unter normalen Bedingungen harmlose Bachdurchfahrt kann plötzlich zu einer unlösbaren Aufgabe werden und im extremsten Fall eine Umplanung der Tour erfordern.

 

Gewitterzeichen am Himmel

Sich nach oben auftürmende Columnulimbus-Wolken die aus kleineren Wolkenfetzen in etwa 2.000 Metern Höhe entstehen, kündigen die Entstehung eines Gewitters an. Durch die aufsteigende, warme und feuchte Luft bilden sich immer größer werdende bauschige Wolken aus. In Extremfällen wachsen diese Wolkentürme mit einer Geschwindigkeit von 100 Metern pro Sekunde. Es entsteh ein regelrechter Gewitterturm, der bis in eine Höhe von 13.000 Metern reichen kann.

 

Die 10-Sekunden-Regel

Mit der 10-Sekunden-Regel lässt sich bestimmen, ob das beobachtete Gewitter näher kommt oder vorbei zieht. Sie lässt sich dann anwenden, wenn man bereits Blitze beobachtet und ein Donnern hörbar ist. Jetzt ist es einfach die Regel anzuwenden: Man zählt die Sekunden, die zwischen Blitz und Donner vergehen. Beträgt der Abstand nur noch 10 Sekunden ist das Gewitter gefährlich nahe (ca. 3 km). Jetzt heißt es: Deckung suchen. Befindet man sich auf freiem Feld und findet auf die Schnelle keinen sicheren Unterstand, sollte man sich so klein wie möglich machen: Mit geschlossenen Füßen geht man in die Hocke ohne das Gesäß auf dem Boden aufzusetzen.

 

Gewitterarten: Wärme- oder Frontengewitter?

Für die weitere Tourenplanung ist die richtige Einordnung des Gewitters wichtig. Man unterscheidet zwischen Wärmegewitter und Frontengewitter. Wärmegewitter entstehen im Sommer, wie zuvor beschrieben, durch die thermischen Prozesse in der Atmosphäre. So schnell wie sie entstehen, so rasch sind sie auch wieder vorüber. Da Wärmegewitter häufig eher lokal und kleinräumig auftreten, reicht es sich unterzustellen und die Entladung des Gewitters abzuwarten. 

Bei einem Frontengewitter hingegen ist es ratsam die Tour abzubrechen. Diese Gewitterart kündigt eine nahende Wetterverschlechterung an die oftmals mit länger andauerndem Regen und fallenden Temperaturen einhergeht.

Quelle und Buchtipp: Das große kleine Buch: 20 Wetterregeln, die man kennen muss, Autor: Andreas Jäger, Servus Buchverlag, ISBN: 978-3710400292, Preis: 7,- Euro bei Amazon

 

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