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Tipps vom Sportmediziner: So macht Sport auch im Winter Spaß

Eis, Schnee und Minusgrade – da lässt man sein Zweirad doch gerne stehen und bleibt in den eigenen vier Wänden. Doch auch wenn die Minusgrade in der vierten Jahreszeit oft abschreckend wirken, darf im Winter der Sport zum Erhalt der Fitness nicht fehlen. Dr. Christian Wimmer, Spezialist für Sportmedizin und Orthopädie in München, gibt ein paar Tipps, worauf man als Sportler bei eisigen Temperaturen achten sollte.

Herr Dr. Wimmer, wie kalt und eisig darf es beim Sporttreiben im Winter sein?

Dr. Christian Wimmer: Bewegung ist für den menschlichen Körper immer gut. Selbst bei eisiger Kälte, wenn das Thermometer sibirische Temperaturen anzeigt. Sport ist nicht nur im Sommer, sondern auch bei 25 Grad Minus alles andere als schlecht. Man sollte sich nur entsprechend vorbereiten.

Was heißt das?

Zuallererst sollte man natürlich körperlich fit sein und keine Erkältung mit sich herumschleppen. Außerdem sind bei Minusgraden ein gutes Herz-Kreislauf-System, freie Atemwege und intakte Gelenke erforderlich. Denn: Freizeitsportler mit Gelenkbeschwerden in Form von Arthrose oder anderen Abnutzungserscheinungen werden die Kälte ziemlich schnell schmerzhaft zu spüren bekommen. Da sollte man lieber eine Pause einlegen. Oder seine Gelenke wärmen.

 

Spezielle Bandagen für Knie, Rumpf und Ellenbogen

 

Gelenke wärmen?

Ja, mit speziellen Bandagen. Die verhindern, dass die Knie, der Rumpfbereich oder die Ellenbogen auskühlen. Mit warmen Gelenken radelt es sich einfach besser. Das ist wie bei einem Auto, das läuft auch besser, wenn der Motor bereits auf Touren ist.

Dadurch fällt das übliche Aufwärmprogramm aber nicht aus?

Auf keinen Fall. Aufwärmen ist gerade bei Kälte noch wichtiger als sonst, um Verletzungen wie Zerrungen vorzubeugen. Wobei Radfahren, aber auch Joggen oder Langlaufen, sogenannte Aufwärmsportarten sind, die den Körper behutsam in Schwung bringen. Da reicht es, seine Bänder und Muskulatur etwas zu dehnen. Wer im Winter allerdings auch gerne mal draußen Fußball oder Eishockey spielt, sollte schon etwas mehr tun. Für Skifahren und Snowboarden gilt natürlich das Gleiche.

 

Das Wichtigste: Gesund und mit Freude hinaus in die Kälte

 

Welche Sportarten sind bei sibirischen Temperaturen zu empfehlen?

Da kann ich keine großen Empfehlungen aussprechen. Das Wichtigste ist, dass man wirklich gesund ist und mit Freude hinausgeht und sich nicht mühevoll durch die Kälte quält – ob nun beim Radeln, Joggen, Langlaufen oder Skifahren.

Wie sinnvoll ist ein warmes Getränk beim Sporttreiben im Winter?

Sehr sinnvoll. Ausreichend Flüssigkeit, wie Tee oder eine warme Apfelschorle, ist auch im Winter wichtig. Denn durch kalte Getränke wird der Körper zusätzlich beansprucht. Dazu einen Müsliriegel und eine Banane. Und wie gesagt: Warm einpacken! Der Körper sollte beim Radeln, Joggen oder Skifahren nicht auskühlen. Atmungsaktive Unterwäsche ist sehr gut geeignet, da man nicht so schnell durchschwitzt und nass wird. Außerdem Kopf, Hals und Hände gut und warm einpacken. Dann radelt es sich auch bei eisigem Winterwetter bestens.

 

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