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Tipps, Trends und Innovationen: Alles, was man über E-Bike-Akkus wissen muss

Neben dem Antrieb ist der Akku das Herzstück eines jedes Mountainbikes mit elektronischer Unterstützung. Doch Akku ist nicht gleich Akku. Wir trafen Gerhard Ferfers, den Experten für E-Bike-Technik beim führenden Akku-Hersteller BMZ, zum Interview und klären die wichtigsten Fragen zum komplexen Thema: E-Bike-Akkus.

Was unterscheidet „gute“ von „weniger guten“ Akkus?

Dies hängt von der Eigenschaft der Zelle und den Eigenschaften der Elektronik, das heißt des Batterie-Management-Systems (BMS) und der Bauweise, ab. BMZ arbeitet hauptsächlich mit den vier großen Zellenherstellern Sony, Panasonic, LG und Samsung. Durch deren vollautomatische Produktionslinien ist eine gleichbleibend hohe Qualität gewährleistet.

Was genau regelt das Batterie-Management-System?

Beim Batterie-Management-System ist es wichtig, die Zellen einzeln in der Serienschaltung zu überwachen. Dies ist wegen der Gefahr der Überspannung, der Unterspannung, des Überstroms und der Temperaturen von Bedeutung. Die Zellen müssen beim Laden oder Entladen innerhalb ihrer Spezifikation betrieben werden, sonst würden sie Schaden nehmen oder verursachen. Unsere Batterie-Management-Systeme im BMZ Drive System führen während des Ladens ein Balancing durch, um die maximal beste Performance aus dem Zellenverbund zu generieren. Bei der Bauweise achten wir darauf, dass die Zellen sicher in einem Zellhalter verbaut werden, um eine mechanisch stabile und elektrisch sichere Batterie herzustellen, die im Bedarfsfall repariert werden kann.

Woran kann ich als Konsument einen guten Akku erkennen?

Das ist sehr schwierig. Manchmal helfen die angegebenen technischen Daten auf dem Typenschild der Batterie. Alle unsere Akkus haben einen BMZ-Aufkleber. Das ist quasi unser Gütesiegel und steht für hochwertigste Akku-Technik.

Was sind die limitierenden Faktoren bei der Akku-Leistung?

Zum einen die Qualität der verbauten Zelle und damit verbunden die Bauweise und Verbinder-Materialien. Zum anderen die Umgebungstemperatur und die Fahrweise. Bei niedrigen Temperaturen wie im Herbst und Winter kann die nutzbare Kapazität schon mal 30 Prozent geringer ausfallen als im Sommer.

Weshalb sinkt bei Tiefsttemperaturen die Leistungsfähigkeit der Akkus so deutlich?

Das liegt an der Chemie und der damit verbundenen Trägheit der Elektronen, die sich durch ein kaltes Elektrolyt „quälen“ müssen. Bei tiefen Temperaturen steigt dadurch der Innenwiderstand der Zellen.

Wie kann ich den Akku schonen?

Indem Sie selber treten und nicht den Motor nutzen (lacht).

Klar, aber es gibt doch sicher auch spezielle Tipps zur Pflege und Lagerung von Akkus, die die Lebensdauer erhalten, oder?

Natürlich. Man sollte die Batterie bei ca. 50 Prozent Ladezustand in trockenen, nicht feuchten Räumen bei ungefähr 15°C lagern.

Lassen Sie uns in die Zukunft blicken: Welche Innovationen sind derzeit bei BMZ in Arbeit?

Wir arbeiten im Moment an einer Zelle mit höherer Kapazität und mehr Leistung bei vergleichsweise geringerem Gewicht und Volumen. Connectivity, Smartphone-Integration und Erweiterung der Display-Range sind weitere Innovationen, die für die Zukunft eine größere Rolle spielen werden.

Welche Entwicklungen sind im Bereich der Schnellladungsmöglichkeiten zu erwarten, und was sind hierbei die limitierenden Faktoren?

Theoretisch können Sie einen E-Bike-Akku mit 10 bis 15 Ampere laden, aber wer hat schon solch große Ladegeräte im Portfolio? Die wären ziemlich schwer und vor allem teuer. Hinzu kommt, dass so eine Schnellladung die Zelle stresst, was sich wiederum negativ auf die Lebensdauer auswirken würde.

Wie lange ist denn die Lebensdauer von BMZ E-Bike-Akkus?

Das hängt stark von der individuellen Nutzung und Lagerung ab. Die Batterie kann mehrere Jahre oder auch mehr als 20.000 bis 30.000 km halten. Sie ist dann nicht zwangsweise defekt, sondern hat eben nur noch entsprechend wenig Leistung und damit Reichweite.

Wie werden Akkus entsorgt und recycelt?

Über den Händler, Hersteller und zu guter Letzt Entsorgungsfirmen, die die Batterien in ihre Bestandteile zerlegen und dann entsprechend recyceln. 

 

 

 

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