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Shimano XT Di2: Acht Fragen zur neuen elektronischen Mountainbike-Schaltung

Mit der Shimano XT Di2-Gruppe werden nun auch XT-Schaltungen im Mountainbiken elektronisch. Dank Schaltautomatik wird das Schalten schneller, leichter und effektiver. Grund genug, um mit Michael Wild, PR-Manager Marketing bei Shimano, über einige grundsätzliche Aspekte zur Entwicklung, Funktion und Handhabung elektronischer Mountainbike-Schaltungen zu sprechen.

Welche Veränderungen mussten vorgenommen werden, um die elektronische Schaltung von den Rennrädern, an die Anforderungen des Mountainbikes anzupassen?

Natürlich haben wir unsere jahrelange Erfahrung und unser Know-how aus dem Rennradbereich in die Entwicklung der Mountainbike-Di2-Gruppen einfließen lassen. Doch es handelt sich um komplette Neuentwicklungen und keineswegs nur an MTB-Verhältnisse angepasste und im Design veränderte Rennradteile. Zum einen müssen die Teile – insbesondere Schaltwerk und Umwerfer – für den Mountainbike-Sektor noch einmal ungleich robuster konstruiert sein als die eher filigranen Rennradkomponenten. Zum anderen müssen sie in der Lage sein, ganz andere Übersetzungsverhältnisse und -bandbreiten zu händeln. Und auch softwareseitig haben wir im Mountainbike-Segment mit der Synchro-Shift-Funktion, die auch bei Zwei- und Dreifach-Systemen die Bedienung mit nur einem Schalter ermöglicht, komplett Neuland betreten.

Wie wird gewährleistet, dass die Schaltung auch bei grober Verschmutzung noch zuverlässig funktioniert?

Ein zentrales Element ist natürlich, dass sämtliche elektronischen Komponenten extrem gut gegen Nässe geschützt sein müssen. Was die eigentliche Verschmutzungstoleranz betrifft, besteht im Grunde kein Unterschied zu mechanischen Komponenten, die ja seit Jahrzehnten zuverlässig ihren Dienst auch unter schlammigen Bedingungen verrichten. Im Gegenteil: Durch die sehr kraftvollen elektronischen Stellmotoren erfordern Schaltwerk und Umwerfer auch bei hoher Verschmutzung keine höheren Bedienkräfte und reduzieren so die Beanspruchung des Systems. Dass elektronische Di2-Komponenten von SHIMANO auch bei Matsch, Schmutz, Schnee, Eis und Nässe perfekt funktionieren, zeigt nicht zuletzt die Tatsache, dass die Rennrad-Di2-Parts seit vielen Jahren Winter für Winter hundertprozentig zuverlässig auf höchstem Niveau im Cyclocross-Einsatz sind. Dass die Mountainbike-Komponenten dem in nichts nachstehen, versteht sich von selbst.

Wie lange hält der Akku?

Die Laufzeit des Akkus hängt immer von sehr vielen verschiedenen Faktoren ab, darunter Schalthäufigkeit bzw. Schaltverhalten und vor allem Temperatur. Unter Normalbedingungen reicht eine Akkuladung für 500 bis 1500 Kilometer unbegrenzten Fahrspaß.

Gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Akku für die Schaltung am Rad zu montieren?

Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Akku-Typen: einen blockförmigen, extern zu montierenden Akku oder einen schmalen, zylinderförmigen, überwiegend intern montierten Akku. Ersterer wird mittels einer speziellen Halterung am Rahmen montiert, aus der er sich zum Laden entnehmen lässt. Der interne Akku lässt sich grundsätzlich beliebig im Fahrradinneren montieren, da er direkt per E-Tube-Kabel an das System angeschlossen wird. SHIMANOs Zubehörmarke PRO beispielsweise bietet verschiedene Sattelstützen mit integrierter Halterung für den internen Akku an. Bei einem entsprechenden Vorbau, der ohne Steuersatzkralle befestigt wird, lässt sich der Akku wahlweise auch im Gabelschaft integrieren, sodass beispielsweise Dropper-Seatposts verwendet werden können. Sofern Fahrradhersteller entsprechende Befestigungsmöglichkeiten vorsehen, ist die Montage des Akkus grundsätzlich aber an jeder beliebigen Stelle möglich. Für den internen Akku gibt es darüber hinaus auch ein spezielles Case, das den Akku aufnimmt und sich an den Flaschenhalter-Bohrungen am Rahmen befestigen lässt.

Lässt er sich leicht austauschen beziehungsweise zum Laden entnehmen?

Der externe Akku lässt sich zum Laden ganz einfach entnehmen. Der interne Akku verbleibt im Rad und wird über einen separaten Ladeanschluss an der oberen Verbindungseinheit, dem Displax, geladen. Die Ladedauer beträgt bei beiden Akkus je nach Temperatur zirka zwei Stunden.

Kann ich mir das zusätzliche Display sparen, wenn ich die Schaltung über Bluetooth mit einem kompatiblen Radcomputer verbinde?

Das Display ist deutlich mehr als eine reine Informationsanzeige. Es dient als obere Verbindungseinheit, die die Cockpit-Elemente (Schalter links, Schalter rechts, Display) mit den übrigen Komponenten (Akku, Schaltwerk, Umwerfer) verbindet. Außerdem befinden sich am Display der Ladeanschluss sowie der Schalter, mit dem sich zwischen den Synchro-Shift-Modi 1 und 2 sowie dem manuellen Schaltmodus umschalten lässt.

Gibt es Radcomputer oder E-MTB-Displays, die mit dem Di2-System kompatibel sind?

Darüber liegen uns keine Informationen vor – es steht jedem Computerhersteller offen, Geräte zu entwickeln, die die von der Wireless-Einheit per ANT+ gesendeten Informationen des Di2-Systems auslesen und anzeigen können. Das Di2-System macht nichts anderes, als die Daten per ANT+ zu senden. Wie diese dann verarbeitet werden, ist Sache der jeweiligen Dritthersteller.

Kann ich durch den Kauf der elektronischen Elemente eine bestehende XT-Ausstattung „aufrüsten“?

Ja, das ist ohne weiteres möglich.

 

Die elektronische Shimano XT Di2-Schaltung wird in den ROTWILD Cross-Country-Modellen R.C+ HT EVO, R.C+ FS EVO und R.C1 FS EVO und in den All-Mountain-Bikes R.X+ FS EVO, R.X1 FS EVO, und R.X2 FS EVO verbaut.

Mehr zur Funktionsweise der Schaltung steht in diesem Artikel auf enduro-mtb.com.

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