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Rotwild Team-Update: Interview mit Morgane Such

Die Französin Morgane Such fuhr im Alter von fünf Jahren ihr erstes Mountainbike-Rennen. Heute ist die 21-jährige fester Bestandteil des ROTWILD-Team Frankreich. Im Interview spricht sie über ihre Leidenschaft für das Endurobiken, ihr Training und ihre Pläne für die kommende Saison.

Wie bist du zum Mountainbiken gekommen?

Meine Eltern sind beide begeisterte Mountainbiker. Sobald ich laufen konnte, setzten sie mich auf ein Rad, und ich wollte dieses Spielzeug einfach nicht mehr hergeben.

Haben sie dich auch zur Teilnahme an Wettkämpfen motiviert?

Irgendwie war ich schon immer ein Wettkampftyp. Vielleicht lag das an meinem älteren Bruder, dem ich beweisen wollte, dass ich auch verdammt stark bin! Mountainbiken war für mich nie nur ein großer Spaß, ich brauchte immer Ziele, um mich zu motivieren. Das ist auch heute noch so. Mein erstes Rennen fuhr ich mit fünf Jahren, obwohl man eigentlich sieben Jahre alt sein musste, um teilzunehmen. Cross-Country-Rennen haben mich dann nicht mehr losgelassen.

Wie kam es dann zum Wechsel von Cross Country zu Enduro?

Mit 15 hörte ich auf, Cross-Country-Rennen zu fahren. Ich denke, es ist eine sehr gute Disziplin, um den Sport zu erlernen. Jeder sollte mit Cross Country anfangen. Mir haben die Downhill-Passagen und technischen Strecken bei den Rennen immer schon sehr viel Spaß gemacht. Also bin ich eines Tages bei einem Enduro-Rennen gestartet und merkte sofort, dass das mein Sport ist. Es ist die perfekte Mischung aus Cross Country und Downhill und wohl auch die Disziplin mit dem größten Trainingsaufwand. Du musst sowohl körperlich als auch technisch zu 100 Prozent fit sein. Das ist ein komplexer Sport!

Was hast du dir für 2016 vorgenommen?

Die Saison 2016 wird hart für mich, da ich in diesem Jahr auch mein Studium abschließe. Ich werde also keine komplette Meisterschaftsserie mitfahren. Mein Ziel ist eine Top-5-Platzierung beim Megaavalanche und, wenn möglich, eine regelmäßige Top-10-Platzierung bei den Rennen der Enduro World Series. Natürlich möchte ich auch ein paar French Cups mitfahren, aber der Fokus liegt auf der Enduro World Series.

Hast du ein Rennen, das dir besonders gefällt?

Mein Lieblingsrennen ist das „Mountain of Hell“ in Les Deux Alps. Man startet mit 600 Verrückten vom schneebedeckten Gipfel – ich hatte noch bei keinem anderen Rennen so viel Adrenalin im Blut. Die Strecke ist klasse und mit einer Länge von 45 Minuten verdammt anspruchsvoll. Mir macht es außerdem Spaß, gemeinsam mit Männern zu fahren, und sowohl Ambiente als auch Organisation des Events sind perfekt. 

Gibt es Vorbilder, an denen du dich orientierst oder Fahrerinnen, zu denen du aufblickst?

Seit ich Rennen fahre, ist Anne Caroline Chausson für mich ein Vorbild. Als Kind traf ich sie einmal und musste gleich ein Foto mit ihr machen. Ich war im siebten Himmel! Es ist kurios, dass ich heute zusammen mit ihr zum Biken gehe. Sie ist jetzt eher eine Freundin, aber auch immer noch ein Vorbild, wenn es um Zielstrebigkeit und Ehrgeiz geht.

Wie sieht ein ganz normaler Tag im Leben von Morgane Such aus?

In der Regel stehe ich um 6.30 Uhr auf. Der erste Griff geht zum Telefon, um Facebook, Instagram und Snapchat zu checken. Der wichtigste Moment des Tages ist für mich das Frühstück. Das dauert bestimmt 30 Minuten, denn ich esse jede Menge und genieße diese Zeit. Nur so kann ich mit einem Grinsen im Gesicht in den Tag starten. Da ich vormittags produktiver bin, geht’s danach zum Training. Gegen Mittag bin ich dann für einen kleinen Lunch wieder zu Hause, bevor ich am Nachmittag in die Uni fahre. An drei Tagen gehe ich außerdem von 18 bis 20 Uhr noch ins Fitnessstudio. Wenn ich mich abends nicht mit Freundinnen treffe, bin ich dann vor zehn Uhr im Bett.

Und wie genau trainierst du? Hast du einen Trainer?

Ja, ich arbeite mit Ronan Oppeneau zusammen. Wir sehen uns nicht so oft, telefonieren aber jeden Tag. In einem Individualsport wie dem Mountainbiken ist es schwierig, mit jemand anderem zusammen zu trainieren, da jeder andere Schwerpunkte setzt. Das spezifische Training mache ich meist alleine, und am Wochenende fahre ich dann zusammen mit Freunden. Da sind dann auch Jungs dabei und meine langjährige Freundin Isabeau Courdurier.

Was machst du zur Entspannung, wenn du nicht auf dem Rad sitzt?

Dann treffe ich mich mit Freunden, und im Sommer hängen wir viel am Strand ab. Auch wenn viele meiner MTB-Freunde es nicht glauben: Ich nehme mir einmal pro Woche Zeit für mich, genieße ein Entspannungsbad, trage eine Gesichtsmaske auf und pflege meine Fingernägel. Ich bin eben ein echtes Mädchen!

Hast du schon Pläne für die Zeit nach deinem Studium?

Am liebsten würde ich natürlich nur vom Endurofahren leben, aber das wird schwer. Wenn das nicht klappt, würde ich gerne im Marketing einer Mountainbikefirma arbeiten. Wenn das hier also jemand aus der Branche liest, kann er gerne an mich denken!

Letzte Worte?

Ich möchte mich bei der ganzen ROTWILD Family für die Unterstützung bedanken. Allen voran bei Sascha, der mich die ganze Saison über so toll unterstützt. Mein ROTWILD E1 macht einfach jede Menge Spaß, und ich freue mich auf die kommenden Rennen!

 

STECKBRIEF

Alter: 21 Jahre

Beruf: Studentin (Master of Sports Management)

Wohnort: Marseille, Frankreich

Beste Ergebnisse: European Champion of Enduro Mass Start 2011, 1. Platz beim Les Orres French Cup 2015, 1. Platz beim Mountain of Hell 2015, 5. Platz Megavalanche 2015

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