ROTWILD Insights: Wolfgang Mages - Qualitätsmanagement und technischer Support

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Wolfgang Mages ist ein Paradebeispiel dafür, dass die berufliche Laufbahn im Leben nicht zwangsläufig gerade verlaufen muss. Der ehemalige Polizist hat auch schon seine Brötchen als Skilehrer verdient. Im ROTWILD Insights Interview gibt er uns Einblicke in seinen Job als Qualitätsmanager und verrät, warum man sein Lieblingsbike heute nicht mehr kaufen kann.

Vor über 30 Jahren hängte Wolfgang Mages seinen Beruf als Polizist an den Nagel und wechselte in die Bikebranche. Hier war der heute 61-jährige für unterschiedliche Marken sowohl im Verkauf, Außendienst und Qualitätsmanagement tätig. Seit September 2020 ist Wolfgang Teil der ROTWILD Familie und sorgt dafür, dass alle ROTWILD Produkte unserem hohen Anspruch an Funktion und Qualität genügen.

Wie bist du zu ROTWILD gekommen?

Das war reiner Zufall. Ich arbeite ja schon lange der Bikebranche. Als ich dann im vergangenen Jahr die Stellenausschreibung auf der ROTWILD Website entdeckte, habe ich mich beworben. Für mich war es Zeit für neue Herausforderungen und die Stelle entsprach zu 100 Prozent meiner Vorstellung sowie meinen Qualifikationen.

Mit wem arbeitest du besonders eng zusammen?

Als Qualitätsmanager sind das vor allem die Kollegen aus der Produktion sowie dem Produktmanagement. Bei allen Fragen rund um den technischen Support stimme ich mich sehr eng mit unserem Service-Team ab.

Um Fehlerquellen bei der Produktion zu erkennen, ist es wichtig, dass Wolfgang nicht nur die Anweisungen gibt sondern bei der Montage den Fahrradmechanikern auch persönlich zur Seite steht.

Welche Aufgaben gehören bei ROTWILD zu deinem Arbeitsbereich?

Mein Job gliedert sich in zwei Bereiche. Zum einen den technischen Support und zum anderen das Qualitätsmanagement. Dadurch ergeben sich verschiedene Tätigkeiten. Im Support bearbeite ich in Dieburg Serviceanfragen und Reklamationsfälle. Ebenso unterstütze ich unsere Händler bei allen technischen Fragen.

Beim Qualitätsmanagement sind die Aufgaben umfangreicher. Ich erstelle die Montageanweisungen und begleite die gesamte Produktion. Dabei spielt die Fehleranalyse und in der Folge die Entwicklung effektiver Prozesse, um mögliche Montagefehler zu vermeiden, eine wichtige Rolle. Zudem erstelle ich regelmäßig Quality-Reports und prüfe die zur Montage angelieferten Komponenten unserer Zulieferer. Auch alle Reklamationen an Neurädern werden von mir bearbeitet. Da ich den Gesamtüberblick über den Montageprozess habe, kann möglichen Produktionsfehlern rasch auf die Spur kommen. Hier machen sich unsere kurzen Wege sowohl für unsere Händler und auch für den Endkunden positiv bemerkbar.

Auch die zur Montage angelieferten Komponenten werden kontrolliert. So wie zum Beispiel die Maßhaltigkeit der Aussparungen auf dem Akkugehäuse, die später die Tasterfolie zum Ein- und Ausschalten aufnehmen werden.

Die ROTWILD Bikes werden in Deutschland an zwei Standorten, Dieburg und Kleinblittersdorf im Saarland gefertigt. Wie sieht bei dir ein „normaler“ Arbeitstag aus?

Das hängt ganz davon ab, an welchem Standort ich arbeite. Ich bin etwa alle zwei Wochen für zwei oder drei Tage bei unserer Produktion im Saarland. Die restliche Zeit arbeite ich dann in Dieburg.

Wenn ich bei unserer Produktion im Saarland bin, startet mein Tag um 6.00 Uhr. Bei der Montage stehe ich den Fahrradmechanikern bei fachlichen Fragen zur Seite und beurteile auftretende Qualitätsprobleme oder Fehler an Teilen. Ich prüfe aber auch alle Räder, bevor sie im Karton verschwinden. In Dieburg kontrolliere ich auch die Montage, bearbeite Serviceanfragen und Reklamationen. Ich schreibe Montageanweisungen, Prüflisten, Reports und werte Protokolle aus der letzten Produktion aus.

Was sind die besonderen Herausforderungen in deinem Job?

Ich bin im Prinzip die Schnittstelle zu allen anderen Bereichen. Dabei muss ich die Qualitätssicherung so managen, dass jedem Genüge getan wird: der Produktion, dem Vertrieb und vor allem dem Kunden.

Und wie gelingt dir das?

Das Wichtigste für mich ist, die Ursache eines Fehlers zu erkennen, um diesen abstellen zu können. Dazu ist es wichtig, dass ich mir möglichst viel Wissen aus allen Bereichen, die die Qualität unserer Fahrräder beeinflussen, aneigne. Nur so kann ich die Arbeitsweise der Kollegen verstehen und in den richtigen Zusammenhang bringen. Es ist wichtig, dass ich mir bei auftretenden Problemen zunächst einen guten Überblick verschaffe. Denn Probleme lassen sich leichter mit Geduld und Ruhe lösen als mit Hektik und Aktionismus.

Mit einer Dreipunkt-Innenmessschraube wird kontrolliert, ob der Sitzrohr-Durchmesser des gelieferten Rahmens exakt passt.

Warum ist ein konsequentes Qualitätsmanagement bei einem handwerklich hochwertigen Produkt so wichtig?

Hier gibt es für mich zwei wesentliche Gründe. Zum einen garantiert ein gründliches Qualitätsmanagement die Sicherheit des Produkts. Dies ist bei technischen Produkten wie unseren E-Bikes enorm wichtig. Nicht weniger von Bedeutung ist die Tatsache, das wir unseren Kunden durch ein gutes und konsequentes Qualitätsmanagement sehr viel Ärger ersparen. Am Ende ist nicht nur der Kunde zufriedener, sondern wir haben weniger Arbeit mit möglichen Reklamationen und verursachen somit auch keine unnötigen zusätzliche Kosten.

Was sind die kuriosesten Probleme, die in der Produktion aufgetreten sind?

Ich hatte den lustigen Fall, dass ein Monteur ein sichtbares hellblaues Felgenband, welches außen zwischen Felge und Reifen eingeklemmt war, mit einem schwarzen Edding übermalen wollte, um so die unsaubere Montage zu vertuschen. Das war sicher eines der Highlights.

Ich könnte mir vorstellen, dass eine saubere Kabelverlegung beim voll-integrierten Design eine besondere Herausforderung ist, oder?

Das stimmt, jedoch ist dies zunächst eine Anforderung an die Ingenieure bei der Rahmenentwicklung. Sie müssen die Kabelverlegung so konstruieren, dass sie in der Produktion handelbar ist. Zweifellos sieht eine voll-integrierte Kabelführung nicht nur gut aus. Sie trägt auch zur einwandfreien Funktion eines Rades bei.

Damit der Kabelausgang nicht nur optisch gut aussieht, sondern auch dauerhaft vor Staub und Schmutz geschützt ist, muss die Abdichtung sorgfältig eingebaut werden.

Welche Qualifikationen sollte man als Mitarbeiter fürs Qualitätsmanagement mitbringen?

Natürlich muss man zunächst über das entsprechende Fachwissen aus dem Bereich, in dem man arbeiten möchte, verfügen. Sehr hilfreich ist außerdem eine Aus- oder Fortbildung im Qualitätsmanagement. Denn damit verfügt man über das Handwerkszeug, um die Prozesse effizient zu steuern. Was sicher auch nicht schadet, sind Geduld, Ausdauer und Kompromissfähigkeit. Ein Qualitätsmanager sollte zudem gut zuhören können und keine Scheu haben, konsequent zu handeln.

Hast du Tipps für jemanden, der auch gerne in der Bike-Branche arbeiten will?

Ich denke, Praktika sind eine prima Möglichkeit, die Branche und den Job kennenzulernen. Das kann jeder ja auch in der Urlaubs- oder Ferienzeit machen. Was man in jedem Fall mitbringen solle, ist eine Begeisterung für das Biken und die Produkte.

Du bist ja in Sachen Biketechnologie ein absoluter Insider. Welche Entwicklungstrends siehst du im E-MTB-Markt in den kommenden Jahren?

Das größte Potenzial besteht sicherlich in der Integration des Antriebs und des Akkus. Hier wird sich in puncto Gewichtsersparnis in den nächsten Jahren vermutlich noch einiges bewegen. Denn je leichter die E-MTBs werden, desto natürlicher ist das Fahrgefühl.

Zu deinen persönlichen Bike-Vorlieben: Downhill oder Uphill?

Geradeaus und sonst lieber bergauf.

Fully oder Hardtail?

Rennrad und dann Fully.

E-Bike oder konventionell?

Ich bin gerne auf beidem unterwegs.

Dein Lieblingsbike aus der ROTWILD Kollektion?

Unser Rennrad "Beast of the green hell", das ist aber leider nicht mehr erhältlich.

Faszination für das Außergewöhnliche: Das ROTWILD R.S2 "Beast of the Green Hell" war eine auf 50 Exemplare limitierte Kooperation mit Mercedes-AMG. Das Rennrad vereinte das Beste aus der Welt der Rennsporttechnologie auf vier und auf zwei Rädern.

Warum?

Weil es optisch ein Highlight ist und mich schöne Rennräder schon immer begeistert haben.

Hast du ein Lieblingsrevier zum Biken?

Das ist ganz klar das Zillertal. Dort habe ich Freunde aus meiner Zeit als Skilehrer.

Wie viele Kilometer sitzt du pro Jahr im Sattel?

Etwa 1.500.

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