15 ter Beitrag von 429 Beiträgen

ROTWILD Insights: Stephan Koch, Vertrieb Süddeutschland & Italien

Stephan Koch ist in der glücklichen Lage, dass er seinen Beruf perfekt mit seiner großen Leidenschaft fürs Mountainbiken verbinden kann. Wenn sich der 43-Jährige nicht um die ROTWILD Händler in Süddeutschland kümmert, sieht man ihn regelmäßig an der Startlinie von Enduro Rennen. In diesem Interview gibt uns der gelernte KFZ-Elektriker Einblicke in seinen Alltag als Außendienstmitarbeiter bei ROTWILD.

Wie bist du zu ROTWILD gekommen?

Durch meinen damaligen Arbeitgeber „Formula Brakes“, der zu diesem Zeitpunkt Bremsenlieferant von ROTWILD war. kam der erste Kontakt zu Stande. Dadurch konnte ich einen Blick hinter die Kulissen der Firma ADP werfen. Mich hat sofort begeistert, wie dieses kleine Team zusammenarbeitet.

Wie viele Kollegen seid ihr im Außendienst und wie sind die Aufgaben dort verteilt?

Unser Team besteht aus vier Personen. Das sind meine Kollegen Fidi Kaliciak und Detlef Schlehenstein in Deutschland und Danny Herz in Österreich. Eine übergreifende Aufgabenverteilung gibt es streng genommen nicht, da wir alle mehr oder weniger anders gestrickt sind. Ich bin aufgrund meiner vorherigen Tätigkeit ziemlich technikaffin. Außerdem mische ich auch beim Marketing und R&D mit.

Welche Qualifikationen sollte man als Mitarbeiter im Außendienst bei ROTWILD mitbringen?

Das Fachliche lasse ich jetzt außen vor. Die Punkte findet man dann in der jeweiligen Stellenausschreibung. Was für uns bei ROTWILD sehr wichtig ist, ist die Nähe zum Produkt, zum Kunden und der Bikeszene. Teamfähigkeit ist auch ein essenzielles Thema. Vor allem weil ja jeder von uns seien Arbeitsalltag selbst organisieren muss. Da sind enge Absprachen mit den Kollegen schon wichtig, damit wir alle am gleichen Strang ziehen. Zudem arbeiten wir auf Testevents und Händler-Demos zusammen. Da ist Teamarbeit gefragt!

Gute Menschenkenntnis ist von Vorteil. Denn in meinem Job muss ich Menschen sehr schnell einschätzen können, um dann entsprechend zu reagieren. Zum Beispiel bei einem Erstkontakt mit einem neuen Händler. Hier fällt die grundsätzliche Entscheidung, ob er sich überhaupt meine Belange anhören will, aus Sympathie. Trittst du gleich im ersten Satz in einen Fettnapf, weil du ihn siezt oder duzt, stehen die Chancen für ein erfolgreiches Verkaufsgespräch schlecht.

Die eigenen Produkte bis ins Detail zu kennen, ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit im Außendienst.

Wie kann man sich deinen beruflichen Alltag im Außendienst vorstellen?

Ich denke die Wörter 'vielfältig' und 'spontan' treffen es ganz gut. In der Regel teile ich mir meine Arbeitswoche so ein, dass ich zwei Tage im Office und drei Tage unterwegs bin. Dann habe ich Termine bei meinen Kunden oder der Presse. Anfangs habe ich immer freitags geplant, was ich in der kommenden Woche im Detail machen möchte. Das klappt nur leider durch spontane Änderungen zu 90 Prozent nie. Daher lege ich jetzt immer freitags die groben To-Do's fest und am Montag mache ich den finalen Plan.

Und wie sieht der dann exemplarisch aus?

Dienstag früh ab ins Auto. Bei den Kunden gibt es eine Vielzahl von Aufgaben, die auf uns zukommen können. Hier rutscht man schon mal in die Rolle des Hobby-Psychologen, Innenarchitekten oder Servicemanns. Über die lange Zeit, die ich mittlerweile im Unternehmen bin, hat sich zu vielen Shopbesitzern auch ein sehr freundschaftliches Verhältnis entwickelt. Meine Händler vertrauen mir und ich Ihnen. Das ist eine sehr angenehme Art der Zusammenarbeit. Das schafft den Rahmen, dass man sich, wenn mal nicht alles gut läuft, auch etwas derber anreden darf. Emotionen schwingen eben mit. Sollen und müssen sie auch bei einem Produkt, das wir mit Begeisterung vertreten.

Stephan kennt die Besonderheiten der Bikes nicht nur auf dem Papier, sondern ist als versierter Schrauber mit großem Know-How auch in der Praxis mit allen technischen Belangen vertraut.Foto: Luigi Sestili

Was sind die größten Herausforderungen in deinem Job und wie meisterst du diese?

Ich würde sagen die Kommunikation. Der Markt ist schnell und fordernd. Kunden kommen mittlerweile aus ganz anderen Bereichen ohne den Hintergrund „Fahrradfahren“. Das stellt neue Herausforderungen an den Handel und letztlich auch an uns. Es ist schwierig 'just in time' den Händlern immer die richtigen Antworten geben zu können. Oft bekommen wir noch nie gehörte Anfragen vom Endkunden direkt oder über die Shopbesitzer. Darauf entsprechend zu reagieren, ist ein Spagat, den ich nur durch den tiefen Einblick in unsere Entwicklung hinbekomme.

Die Corona-Krise wirkt sich auch auf euer Business bei ROTWILD aus. Inwiefern hat sich damit dein Arbeitsalltag verändert?

Wie bei allen anderen auch steht das Auto und der Alltag findet im Homeoffice statt. Langeweile kommt hier aber trotzdem nicht auf. Wir sind auch jetzt der erste Ansprechpartner für unseren Handel. Logischerweise läuft nun alles über E-Mail oder Telefon.

Und was muss da derzeit bearbeitet werden?

Das kann aktuell ein einfaches Zuhören sein, um sich so in die Situation der zu versetzen und sie bestmöglich zu unterstützen. Oft geht es zurzeit in der Kommunikation um Liefertermine, Servicefälle oder auch Bestellungen neuer Räder. Durch den persönlichen Kontakt vor Ort ist gerade alles anders, aber die Inhalte sind die gleichen. Ich finde es jetzt sehr wichtig, dass wir am Ball bleiben. Viele Leute treibt es zurzeit mit ihrer Familie raus in die Natur. Dabei lernen sie so manchen Outdoor-Sport neu kennen. Ich denke, dass sich daraus auch ein neues Bewusstsein entwickeln kann, welches wir mit unseren Produkten unterstützen können.

Du nimmst immer wieder an Enduro Rennen teil. Was motiviert dich an solchen Events?

Ich kann da nicht aus meiner Haut. Ich komm ja ursprünglich aus dem Skisport und habe Jahrzehnte damit verbracht, mich mit anderen Sportlern und der Uhr zu messen. Das wird irgendwann zur Lebensphilosophie. Die Verbissenheit lässt zwar mit der Zeit nach, aber das Adrenalin, das man nur am Start eines Rennes verspürt, bleibt gleich. Mir würden solche Situationen fehlen.

Anspruchsvolle Trails für eine gehörige Portion Adrenalin sind für Stephan genauso Teil des Mountainbikens wie seine Leidenschaft für Endurorennen. Foto: David Schultheiß

Ist es für deinen Job ein Vorteil, dass du in deiner Freizeit an solchen Events teilnimmst?

Definitiv. Ich habe mehrere Kunden erst über solche Rennen kennengelernt. Enduro ist ein Breitensport. Jeder kann mitmachen. Und einzigartig bei diesem Rennformat ist, das man nicht permanent unter Zeitdruck steht. Zwischen den Stages hast du Zeit für Gespräche mit den Leuten, die deine Passion zu diesem Sport teilen. Da trifft man nicht selten auch Bikeshopmitarbeiter und Inhaber. Dadurch, dass ich selbst an solchen Events teilnehme, nehmen meine Kunden mich Ernst, denn sie wissen wovon ich spreche.

Unsere Praxistests machen wir aber unter anderen Voraussetzungen. Dabei ist es wichtig, dass man nicht am körperlichen Limit fährt, denn man will sich voll auf das Material konzentrieren.

Hast du Tipps für jemanden, der auch gerne in der Bike-Branche arbeiten will?

Man sollte kreativ und flexibel sein und eine gute Portion Emotionen gegenüber dem Bike-Sport und den Produkten mitbringen. Ein professionelles und konsequentes Auftreten, hilft auch.

In den letzten Jahren ist es zu einer Besonderheit geworden, dass die Fotos für den ROTWILD Katalog mit eigenen Mitarbeitern entstehen. Hier checkt Stephan mit Fotograf David Schultheiß die letzten Aufnahmen in den Schweizer Bergen.

Zu deinen persönlichen Bike-Vorlieben: Downhill oder Uphill?

Eine Bergziege werde ich in meinem Leben sicher keine mehr. Dennoch fahr ich aber auch gern rauf. Auf natürlichen Trails fühl ich mich am wohlsten. Ich erkämpfe mir gerne meine Trails im Uphill. Für mich ist Radfahren das komplette Paket. Im Uphill eher meditativ und relaxt. Perfekt um runterzukommen und die Natur zu genießen. Oben angekommen wechselt das in den Adrenalin-Modus. So deckt das Biken für mich alles ab.

Adrenalin-Modus, das gehört für Stephan beim Mountainbiken unbedingt dazu. Foto: Luigi Sestili

Fully oder Hardtail?

Ganz klar Fully!

E-Bike oder konventionell?

Das sind in meinen Augen zwei unterschiedliche Sportarten. Ich möchte keine der beiden missen.

Das R.E1 bietet mir ein absolut tourentaugliches MTB mit genügend Downhill-Reserven, auch für harte Enduro-Racepisten. Das R.C750 passt am besten zu meinem Fahrstil. Ich mag es gern, wenn das Rad nicht zu kurz ist. Mit der 29/29er Philosophie ist das Bike sehr schnell und direkt.

Wie viele Kilometer sitzt du pro Jahr im Sattel?

Wenn ich meine virtuellen Kilometer mitzähle, komm ich so übers Jahr auf etwa 4.000 bis 4.500.

Hast du ein Lieblingsrevier zum Biken?

Da gibts einige. Durch die Endurorennen durfte ich auch einige geniale Regionen kennenlernen. Ganz vorne steht bei mir Madeira. Allerdings muss ich sagen, dass der Gardasee als stabiler „Alltime-Favourite“ immer einen Platz im Herzen hat.

Und was sind deine Lieblings-MTB-Rennen?

Mehrtägige Endurorennen wie das Trans Madeira sind für mich absolute Highlights. Ich mag die Herausforderung, sich seine Kräfte über mehrere Tage einzuteilen. Es ist immer wieder spannend, wie viel Power ich dabei abrufen kann, um auch noch auf der letzten Etappe schnell zu sein. Zudem bin ich ein absoluter Fan von „blind“ fahren. Damit meine ich, dass man ein Rennen auf einer völlig unbekannten Strecke absolviert. Du fährst also nur auf Sicht und musst auf jede Situation spontan reagieren. Bei Endurorennen zählt für mich das Abenteuer mehr als die finale Platzierung.

Ich mag es überhaupt nicht stundenlang auf Strecken zu trainieren und mir dabei zu überlegen, wo ich denn bestmöglich abkürzen kann, um mir einen Vorteil zu verschaffen.

Immer up-to-date mit dem ROTWILD Newsletter

Jetzt kostenlos registrieren