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Manches kann man nicht erzwingen

Warum eine Weltcup-Saison nicht nur physisch sondern auch mental extrem anspruchsvoll ist.

Die Weltcup-Saison 2019 startete für ROTWILD Factory Racer Nadine Rieder vielversprechend. Beim Deutschland-Stopp in Albstadt sowie im tschechischen Nove Mesto überzeugte die Allgäuerin mit ausgezeichneten Ergebnissen und konnte sich erstmalig in den Top 10 bei einem Weltcup Rennen platzieren. Umso ernüchternder verlief dann ihr Abschneiden bei den vergangenen zwei Weltcup-Wochenenden. Irgendwie wollte sich die bisherige Lockerheit nicht einstellen, stattdessen kämpfte Nadine mit einem Leistungsloch.

ROTWILD Factory Teamfahrerin Nadine Rieder beim Weltcup in Vallnord, Andorra. Foto: Küstenbrück, EGO Promotion

Seit der Deutschen Meisterschaft und ihrer Silbermedaille fehlt der Sprintspezialistin die Spritzigkeit, auf den Strecken in Andorra und in Les Gets konnte die ROTWILD Fahrerin nicht mehr an ihre bisherigen guten Saisonergebnisse anschließen.

Während es in Albstadt und in Nove Mesto für Nadine noch sehr gut lief, fehlte ihr in Andorra die Spritzigkeit. Foto: Küstenbrück, EGO Promotion

Das Weltcup-Rennen am vergangenen Wochenende in Les Gets wurde dann zur mentalen und physischen Belastungsprobe für die Sonthofenerin, wie sie selbst schildert: „Die Strecke in Les Gets war zwar technisch wenig anspruchsvoll, dafür aber physisch umso mehr. Den 3,8 Kilometer langen Rundkurs mit 140 Höhenmetern mussten wir Damen 7x fahren, so dass am Ende knappe 1.000 hm bewältigt wurden. Es war von Beginn an ein sehr schnelles Rennen. Von Position 34 ging ich ins Rennen. Nachdem ich das Shorttrack am Freitag aufgrund der momentanen Kraftlosigkeit hatte ausfallen lassen, wollte ich auch im XCO erstmal wieder versuchen einigermaßen ins Rennen zu finden, anstatt wie sonst gleich meine gute Startqualität zu nutzen. 

Das Weltcup-Rennen in Frankreich wurde zur mentalen Belastungsprobe für die Sonthofenerin. Foto: Fuchs, EGO Promotion

Die ersten beiden Runden hielt ich mich noch auf den Positionen zwischen 30 und 35. Doch ich merkte, wie mir von Runde zu Runde die Power ausging. Das Gefühl ist leicht zu beschreiben: Ich fühle mich im allgemeinen Befinden fit, doch sobald ich an die oberen Belastungsbereiche gehe, geht die Power weg und ich fahre ohne Druck. Hier spielt die zu kurze Regeneration nach meinem Höhentrainingsaufenthalt in der Italien eine wichtige Rolle. Das ist im Rennen nur schwer zu akzeptieren und deshalb musste ich wirklich sehr, sehr leiden heute. Ich verlor noch einige Positionen, am Ende wurde ich 51. Mein Fokus gilt jetzt den kommenden Wochen mit einem weiteren Doppel-Weltcup (in Val di Sole und Lenzerheide). Mein Körper braucht jetzt möglichst schnell die nötige Ruhe, dann greife ich wieder an.“

Immer wieder eine große Herausforderung: das eigene Leistungsniveau über eine ganze Saison lang hoch halten. Nadine beim Weltcup in Les Gets. Foto: Fuchs, EGO Promotion

Nadine's Tipp für alle Sportler

"Tipp von mir an alle Sportler, egal ob ambitioniert, Hobby- oder Profisport. Es ist ganz wichtig in den Körper zu hören. In meinem Fall war ich einfach zu motiviert. Ich habe gespürt, dass mein Körper Pause benötigt und trotzdem habe ich ein bisschen zu viel riskiert. Dafür habe ich jetzt die Rechnung bekommen. Es ist eben doch nur ein Körper und keine Maschine. Wichtig ist die Balance zu finden. Bisher ist mir das sehr gut geglückt, aber man lernt immer ein bisschen dazu und auch wenn solche Zeiten sehr schwer sind, sollte man versuchen nicht nur die Fehler zu sehen, sondern das Positive rauszuziehen. Die beste Medizin: ab aufs Bike, raus in die Natur und einfach Spaß haben."

Auch wenn es mal nicht läuft: Ab auf's Bike, raus in die Natur und einfach Spaß haben. Foto: Küstenbrück, EGO Promotion

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