Alles, was man über Light E-MTBs wissen muss

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Light E-MTBs sind in aller Munde. Die leichteren E-Mountainbikes eröffnen dem ambitionierten Mountainbiker neue Möglichkeiten. Was es mit der neuen Gattung auf sich hat und welche Vor- und Nachteile Light E-MTBs bieten, klären wir hier auf.

Entwicklungsgeschichte

In den vergangenen Jahren fokussierten sich die meisten Hersteller in der Bikebranche auf die Entwicklung von E-MTBs mit möglichst hoher Akkukapazität und besonders leistungsstarken Motoren. Bei diesen Bikes lag der Einsatzbereich überwiegend in langen Biketouren oder maximaler Unterstützung bei technischen Anstiegen. Mountainbiker, die überwiegend ausgiebige Touren mit vielen Höhenmetern fahren, schätzen diese Eigenschaften.

Ausgedehnte Touren mit vielen Höhenmetern. Dafür eignen sich die EMTBs der ROTWILD Extensive Serien ideal. Die 750 Wh Akkus sorgen für große Reichweiten und viel Reichhöhe.

Die Kehrseite: Große Akkus und leistungsstarke Motoren treiben das Gesamtgewicht des Bikes nach oben. Darunter leidet ein agiles Bikehandling, wie man es von konventionellen Mountainbikes gewohnt ist. Und genau hier setzt das Konzept des Light E-MTBs an. Durch die Verwendung von kleineren Akkus und leichteren Motoren nähern sich die Fahreigenschaften moderner Light E-MTBs, denen von konventionellen Trail- und Downhillbikes immer mehr an.

Was beim Light E-MTB im Vordergund steht

Generell gilt für das Segment der Light E-MTBs: Effizienz, Fahrdynamik und -performance sind wichtiger als Akkukapazität und Reichweite. Teil dieser Entwicklung sind bei ROTWILD alle E-Mountainbikes der R.375er-Serie, wie zum Beispiel das R.X375 All Mountain Bike. Hier liegt der Fokus nicht nur auf dem geringeren Gesamtgewicht durch leichtere und kleinere Akkus, einen Vollcarbonrahmen und leichteren Komponenten wie konventionellen MTB Laufräder. Die gesamte Kinematik dieser Light E-MTBs ist verspielter und straffer, näher am konventionellen Mountainbike und lädt so zum aktiven Biken ein. Dies unterstützt eine Geometrie mit relativ steilem Sitzwinkel und einer geringen Überstandshöhe. Ersteres erleichtert das Pedalieren und letzteres ermöglicht die Verwendung von Sattelstützen mit viel Auszug. Ein tiefer Sattel sorgt in der Abfahrt für viel Bewegungsfreiheit. So kann man das geringe Gewicht auf dem Trail spielerisch einsetzen, ganz ähnlich wie man es von einem Mountainbike ohne Motor gewohnt ist. In Kombination mit dem kraftvollen Shimano EP8 Motor sind diese Bikes ideal für Vollblut-Mountainbiker.

Das neue ROTWILD Light E-MTB Konzept hebt sich damit deutlich von anderen E-Mountaibikes dieser Gattung ab. Die wesentlichen Unterschiede hat das Mountainbike-Magazin in seinem Test sehr treffend beschrieben:

„Das von Rotwild neu vorgestellte R.E375 lässt sich wie das ebenfalls neue R.X375 nur schwer in eine Kategorie pressen. Bei nur 19,5 Kilo Gesamtgewicht bietet es dennoch den neuen, 85 Nm starken Shimano-EP8-Motor. Womit es sich kraftmäßig weit von anderen Leicht E-MTBs absetzt. Hier liegen sonst derzeit Drehmomente von 60 Nm (Fazua-Motor) oder nur 35 Nm am Specialized Turbo Levo SL an. Für ein klassisches E-MTB ist wiederum der Akku zu klein, denn der bietet gerade einmal 375 Wattstunden.“

ROTWILD Rider und Community Mitglied AndyRW ist stolzer Besitzer eines R.X750 und eines R.X375. Er hat die Unterschiede zwischen einem ausdauernden Big Mountain Bike und einem agilen Light E-MTB selbst erfahren und in unserem Forum sehr treffend erklärt: „Der Unterschied zwischen den Modellen ist ziemlich groß. Das 750er mit dem Brose Motor ist das Bügeleisen welches den Trail platt macht, die Devise heißt ‘einfach Draufhalten und gut ist. Beim 375er fährt man die ‘feine Klinge, es ist verspielt und leichtfüßig und animiert einen immer zum Abziehen an jedem Hügelchen.“ (Zum ganzen Thread geht‘s hier)

Big Mountain oder All Mountain? ROTWILD Rider AndyRW ist sowohl auf dem R.X750 als auch auf dem R.X375 intensiv in den Schweizer Bergen unterwegs und kennt die wesentlichen Unterschiede der beiden Konzepte.

Die wichtigsten Unterschiede der drei ROTWILD Light E-MTBs

ROTWILD bietet drei unterschiedlichen Modelle mit kleinem 375Wh starkem Akku für den Trail-, Enduro- und Downhill-Einsatz an. Als Motor dient in allen Bikes der Shimano EP8 Antrieb der mit zwei unterschiedlichen Light E-MTB-Fahrprofilen konfiguriert wurde. Das High Power Profil für maximale Leistung und das Minimal Assist Profil mit gedrosselter Power und geringerem Energieverbrauch.

Dies sind die wichtigsten Unterschiede und Einsatzbereiche auf einen Blick:

Das R.X375

Der Trailkönig. Das R.X375 ist gemacht für alle, die die sportliche Herausforderung mit einem leichten, präzisen Trailbike suchen, mehr Reichweite primär mit mehr Körpereinsatz erzielen und mit Extra-Boost Unterstützung noch mehr Runden drehen wollen.

  • Ein Bike für: Erfahrene Mountainbiker, die ein Rad mit breitem Einsatzbereich schätzen und mit Vorliebe Trailtouren mit Up- und Downhill-Passagen fahren.
  • Einsatzbereich: All Mountain, Trails mit technischen und schnellen Passagen, Flowtrails
  • 3 besondere Charaktereigenschaften: Verspieltes Handling, sehr wendig, fühlt sich bergauf und bergab gleichermaßen wohl.
  • Technische Eckdaten (Gr. L): Federweg: 150 mm (Gabel), 140 mm (Dämpfer) / Lenkwinkel: 66,5° / Reach: 475 mm / Stack: 636 / Sitzwinkel: 75,5° / Laufraddurchmesser: 29 Zoll / Akkukapazität: 375 Wh
  • Mehr Infos zum R.X375

“So muss ein EMTB sein: agil, bei Bedarf mit voller Power. Überragend.“ MountainBIKE Test, Februar 2021 

Das R.E375

Der Draufgänger. Das R.E375 ist ein Enduro, das die Vorteile eines leichten Rahmens und der progressiven Geometrie voll ausnutzt und dem Biker einen radikalen, agilen Fahrstil ermöglicht.

  • Ein Bike für: Solide trainierte Enduro-Biker mit guten Fahrtechnik-Skills, die entspannt bergauf und mit Vollgas bergab fahren wollen.
  • Einsatzbereich: anspruchsvolle Trails, Absätze und Wurzelfelder, Sprünge und Downhills
  • 3 besondere Charaktereigenschaften: Flacher Lenkwinkel für hohe Laufruhe, auch wenn‘s grob wird. Souveränes Handling auch im Grenzbereich, steiler Sitzwinkel für entspannte Uphills.
  • Technische Eckdaten (Gr. L): Federweg: 170 mm (Gabel), 160 mm (Dämpfer) / Lenkwinkel: 63,5° / Reach: 485 mm / Stack: 636 / Sitzwinkel: 77° / Laufraddurchmesser: 29 Zoll / Akkukapazität: 375 Wh
  • Mehr Infos zum R.E375

 

"Im Enduro Segment ist das Light-Konzept sinnvoll, denn Bikes dieser Kategorie sind optimiert für den schnellen und heftigen Downhill. Anstiege sind eher Mittel zum Zweck.“ EMTB Test (Juni 2021)

Das R.G375

Der Überflieger. Das R.G375 ist unser modernes Gravity Bikes. Gebaut für Bikepark, Freeride und Downhill, steht es bereit die Grenzen hinaus zu schieben und Machbares auszuloten.

  • Zielgruppe: Gravity-Biker mit sehr gutem Fahrkönnen, die viele Reserven für die richtig groben Trails und Sprünge brauchen und sich deshalb auf Laufruhe und Sicherheit bei hohen Geschwindigkeiten verlassen müssen.
  • Einsatzbereich: Downhill und Bikepark
  • 3 besondere Charaktereigenschaften: große Laufruhe, enormer Federweg, erstklassige Abfahrts-Performance.
  • Mehr Infos zum R.G375

 

"Das R.G375 ist ein Spezialist unter den Spezialisten. Der Light-Ansatz prädestiniert es für alle, die sportliches Handling über Reichweite und Komfort stellen. Die extreme Geometrie grenzt den Einsatzbereich weiter ein. Wer es nicht auf Highspeed-Downhills und große Sprünge abgesehen hat, ist hier falsch. Wer genau das vorhat, liegt goldrichtig“. EMTB-Test (Dezember 2021)

Reichweite von Light E-MTBs

Auch mit dem R.E375 lassen sich reichlich Höhenmeter abspulen, wenn eine gute Grundkondition vorhanden ist. Belohnt wird man dann aber mit einer Extraportion Adrenalin bei der Abfahrt. Foto: Rupert Fowler

Durch die verschiedenen Akkukapazitäten von Big Mountain E-MTBs und Light E-MTBs ergeben sich ganz automatisch unterschiedliche Reichweiten bzw. Reichhöhen (= wie viele Höhenmeter schaffe ich mit einer Akkuladung?). Diverse Parameter wie Unterstützungsstufe, Schaltverhalten, Motortyp, Fahrergewicht, Bodenbeschaffenheit, Steilheit und vieles mehr haben Einfluss auf den Energieverbrauch des Akkus. Auch das Körpergewicht ist ein bestimmender Faktor, es ein enormer Unterschied, ob eine 60 kg leichte Bikerin oder ein über 90 kg schwerer Biker im Sattel sitzt. Deshalb ist es unmöglich die exakte Reichweite eines Light E-MTBs anhand seiner Akkukapazität pauschal zu beziffern.

Ein hohes Maß an Integration und Gewichtsreduzierung waren in der Entwicklung der R.375er Modelle entscheidende Anforderungen. Ob All Mountain, Enduro oder Gravity, jedes Modell ist konsequent für den jeweiligen Einsatzbereich umgesetzt. Foto: Rupert Fowler

Die ROTWILD Bikes der R.375er-Serie wurden ganz bewusst für Mountainbiker entwickelt, für die die Reichweite kein alles bestimmendes Thema ist. Einem Light E-MTB Fahrer ist durchaus bewusst, dass die Reichweite nicht nur durch den Akku, sondern auch durch die eigenen Beine vorgegeben wird. Wer sich ein R.375er-Bike zulegt hat zum Beispiel kein Problem damit, mit einem leeren Akku heim zu kommen oder den Akku beim letzten Anstieg leer zu fahren. Bergab und nach Hause geht’s dann mit reiner Beinkraft.

Erfahrungen aus der ROTWILD Community

In unserer Community gibt es auch einen regen Erfahrungsaustausch über die Reichweite des 375 Wh Akkus. Diese Praxiserfahrungen geben eine gute Orientierung was man von einem modernen Light E-MTB aus unserer Aggressive Serie in Sachen Reichweite erwarten kann. Exemplarisch veröffentlichen wir hier drei Postings der beiden User „EsZet“ und „zeitvier“. Sie haben im Thread zum Akkuverbrauch ihre persönlichen Parameter von verschiedenen Touren angegeben. Diese Infos bieten eine nützliche Orientierung um die Frage: "Wie weit komme ich mit einem 375 Wh Light E-MTB-Akku?", zu beantworten.

EsZet: „Ich habe mich bewusst für einen 375er Akku entschieden, da ich einfach ein leichtes E-Bike haben und selbst noch sportlich unterwegs sein wollte. Zumeist fahre ich in einer gemischten Bikegruppe (Bio-/E-Biker*innen), somit ist der Eco-Modus in Profil 2 als Unterstützungsstufe ausreichend. Ich fahre aber auch oft ohne Motor. Wie viel Akku ich benötige liegt natürlich am Streckenprofil, habe aber eine Faustformel: ca. 20 % Akku bei 400 Höhenmeter. Meine letzte Tour hier im Odenwald: 77,12 km, 1.428 Hm, 16,4 Km/h Durchschnittsgeschwindigkeit, Verbrauch ca. 75 % Akku.“

zeitvier: „Noch mal eine Tour mit meinem R.X375: Waldecker Upland, Strecke: 40 km, 95 % Feld- und Waldwege, 928 hm, Durchschnittsgeschwindigkeit 16,5 km/h. Unterstützung: Profil 2 (werkseitig), überwiegend ECO Modus, nur ein paar Hundert Meter mit TRAIL-Modus. Besonderheiten: etliche Wege von vom Sturm umgefallenen Bäumen versperrt. Teilweise konnte ich das Bike rüberheben, aber wir mussten auch einige Male umkehren. Akku: Ankunft mit 2 Balken. Zwischenfazit: Verbrauch mit meinem Fahrstil und Kondition um die 1 bis maximal 1,5 % Akkuladung pro Kilometer. Damit kann man auf jeden Fall kalkulieren. Die mitfahrenden Kumpels haben alle größere Akkus (bis 650 Wh) und erreichen recht konstant um die 1 % Verbrauch pro km.“ 

Dies sind nur zwei Beispiele. Viele weitere Erfahrungsberichte zur Reichweite bei unterschiedlichen Light E-MTB-Touren gibt es im Tech & Talk Forum unter dem Thread „Reichweite R.X375 - Erfahrungen

Fazit

Light E-MTBs richten sich ganz gezielt an Mountainbiker denen ein agiles, verspieltes Bikehandling, wie sie es von ihrem konventionellen Mountainbike gewohnt sind, sehr wichtig ist. Wer ein Light E-MTB fährt, der will sich auspowern und viele Trailmeter in wenig Zeit abspulen. Light E-MTB Nutzer nehmen eine geringere Akkukapazität zugunsten eines niedrigeren Gesamtgewichts, und den daraus resultierenden Handling-Vorteilen, ganz bewusst in Kauf. Außerdem sind Light E-MTBs wesentlich besser für das Fahren in gemischten Gruppen (Bio- und E-Biker) geeignet, was den gemeinsamen Spaß steigert.

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