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Interview mit ROTWILD Factory Rider Susi Huth

Susi Huth liebt Trails, Bikeparks und das Downhillbiken an exotischen Destinationen. Als ROTWILD Factory Rider ist sie zudem regelmäßig auf diversen Events, Camps und Testveranstaltungen unterwegs und gibt dort gerne ihr Know-how an andere Mountainbiker weiter. Wir trafen die 28-Jährige zum Interview und sprachen über ihre Leidenschaft fürs Reisen, E-MBT-Rennen und Vorurteile.

Biken und Reisen gehören für dich seit Jahren zusammen. Nach welchen Kriterien suchst du dir deine Reiseziele aus?

Zum einen suche ich mir natürlich Reiseziele aus, bei denen ich davon ausgehe, dass man dort biken kann. Zum anderen interessieren mich seit jeher neue Länder und Kulturen, daher wähle ich meist ein Reiseziel, das ich auch ohne Bike noch nicht bereist habe.

 

Wie laufen die Vorbereitungen für so eine Reise genau ab? Wie kommst du an Infos zu den Trails und MTB-Strecken?

Zuerst ist es natürlich wichtig sich zu erkundigen, ob man vor Ort überhaupt biken kann. Ist das Gebiet schon zum Biken erschlossen? Gibt es Karten? Braucht man Locals, oder muss man sich auf ein absolutes Abenteuer einstellen? Die ersten Informationen erhalte ich eigentlich immer, indem ich mich im Bekanntenkreis umhöre. Hier und da erhält man dann einen Tipp oder jemand kennt jemanden oder erinnert sich an einen Artikel in einer Zeitschrift. Auch Facebook ist bei der Recherche eine große Hilfe, da es in jedem Land MTB-Gruppen gibt und Shops, die man einfach anschreiben kann.

Schlussendlich bekommt man vor Ort immer die besten Informationen. Es gilt einfach, schnellstmöglich Kontakt zu Einheimischen herzustellen, und dann funktioniert alles von alleine, solange man abenteuerlustig ist und sich drauf einlässt!

 

Was macht für dich den besonderen Reiz aus, in fremden Ländern zu biken?

Ich liebe es, neue Kulturen kennenzulernen. In meinen Augen gibt es auf Reisen nichts Schöneres, als von Einheimischen herzlich aufgenommen zu werden und in deren Leben integriert zu werden.

 

In welchen Ländern warst du denn schon überall zum Mountainbiken unterwegs?

In Europa gibt es da schon einige, wie zum Beispiel Norwegen und Schweden. Der Klassiker Kanada war natürlich auch dabei. Ansonsten war ich noch in Armenien und Guatemala.

 

Gibt es einen Bike-Trip, der für dich bisher das absolute Highlight war?

Es fällt mir nicht leicht, hier einen Trip hervorzuheben. Aber die Herzlichkeit und Gastfreundschaft in Armenien und Guatemala haben mich sehr fasziniert, und ich habe Menschen kennengelernt, die mir wirklich ans Herz gewachsen sind. 

 

Welches Bike packst du ein, wenn du auf Reisen gehst?

Ich packe immer ein Enduro ein, bei den letzten Trips mein ROTWILD E1 FS. Damit kann ich alles erklimmen, ob tretend oder tragend, und bergab habe ich immer maximalen Spaß.

 

Gibt es Spots und Regionen, die du in den Alpen regelmäßig zum Biken ansteuerst?

Das ist schwer zu sagen. Durch Events und Camps bin ich doch viel an unterschiedlichen Spots unterwegs. Saalbach-Hinterglemm ist aber wohl der von mir am meist besuchte Spot. Und da ich doch gerne in Bikeparks gehe, stehen Serfaus und Livigno auch ziemlich weit oben.

 

Nach deinem schweren Sturz beim Downhill-Contest 2015 hast du ja deine Wettkampfambitionen zurückgeschraubt. Reizen dich Wettbewerbe gar nicht mehr?

Einen gewissen Reiz werden Wettbewerbe für mich immer haben. Aber ich sehe keinen Sinn darin, an Wettbewerben teilzunehmen, für die ich nicht optimal vorbereitet bin, und mein Sturz 2015 hat mir eben genau dies gezeigt. Und was habe ich letzten Endes von einer schlechten Platzierung und einer Verletzung? Auch wenn ich manchmal darüber nachdenke, möchte ich Biken nur noch mit Spaß in Verbindung bringen und keinen Druck verspüren.

 

Beim GlemmRide 2017 bist du das E-MTB-Rennen mitgefahren. Wie hast du das erlebt?

Das war definitiv ein sehr witziges Rennen, da es mehr um die Gaudi ging als um das Gewinnen. Insgesamt dauerte es bergauf und bergab auch nur 15 Minuten, aber platt war ich danach auf alle Fälle. 

 

Welches Bike hast du dabei benutzt?

Das ROTWILD E+ FS – mein absoluter Favorit unter den E-MTBs.

 

Wird man dich nun öfter mit einem E-MTB in den Bergen sehen?

Ja, gerade dieses Jahr sieht man mich doch ab und zu mal mit dem E-MTB in den Bergen. Ein E-MTB ist manchmal einfach superpraktisch, und gerade bergab macht es ziemlich viel Spaß!

 

Gibt es Vorurteile, mit denen du als Frau beim Enduro- oder Downhillbiken konfrontiert wirst?

Oh ja, Vorurteile gibt es definitiv. Das witzigste finde ich persönlich, wenn mich Männer beim Traileinstieg im Bikepark fast panisch und noch mit der Goggle in der Hand überholen – um bloß nicht hinter einem Mädel zu fahren! Genau diese Fraktion schleicht dann eher vor einem her oder muss alle 20 Meter zum Pausieren anhalten. Aber darüber schmunzle ich nur. Frau oder Mann – es gibt bei beiden Geschlechtern langsame und schnelle Fahrer.

 

Macht es dir mehr Spaß, mit anderen Frauen zu biken, oder ist dir die Zusammensetzung der Gruppe egal?

Das ist mir im Prinzip egal, Hauptsache man hat Spaß zusammen.

 

Und wie ist das, wenn es auf Reisen geht? Hast du da Vorlieben für die Zusammensetzung der Reisegruppe?

Auch hier ist das Wichtigste, dass man sich gut versteht. Männlich oder weiblich – man muss sich einig sein. Generell ist es zu zweit meist am angenehmsten, sobald es weiter weg geht oder abenteuerlich wird. Aber ansonsten machen mir Ausflüge auch in größeren Gruppen Spaß.

 

Gibt es schon Pläne für den nächsten Bike-Trip?

Diesen Sommer wird es eher ruhig, und ich werde mit dem Bus durch die Schweiz und Frankreich düsen. Aber das nächste Reiseziel heißt Marokko – schauen wir mal, wer auf das Abenteuer Lust hat…

 

 

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