255 ter Beitrag von 430 Beiträgen

Interview mit Oliver Voss zur Rotwild-Kampagne

Oliver Voss zählt seit fünf Jahren zu den Top 12 der kreativsten deutschen Werbeagenturen. Für ihre herausragenden Arbeiten wurde die Hamburger Agentur in der Vergangenheit mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Auch das aktuelle Kampagnenmotiv der „Rotwild & Partners Roadshow“ wurde von Oliver Voss und seinem Team entworfen. Wir sprachen mit ihm über die Hintergründe dieser Zusammenarbeit.

Wie ist die Zusammenarbeit mit Rotwild entstanden?

Aus Begeisterung. Ich bin seit zwei Jahren ein großer Fan der Rotwild-Bikes, deren herausragender Technologie und dem perfekten Design. Ich mag alles, was sich bewegt – und bei Fahrrädern ist Rotwild für mich einfach das Nonplusultra. Deshalb sind mein Team und ich auf Rotwild zugegangen und haben uns erkundigt, ob Interesse an einer Zusammenarbeit besteht. Wir haben direkt Feedback bekommen und dann unsere erste Kampagne zusammen erarbeitet.

 

Was begeistert Sie persönlich an den Bikes von Rotwild?

Mich begeistern gleich mehrere Dinge auf einmal: Zum einen ist es das irre Know-how, das die Firma hat. Welche andere Firma hat so viele unterschiedliche Bikes gebaut? Zum anderen ist es das gelebte „Form follows function“, das man bei jedem Rotwild-Rad direkt spürt und das dennoch viel Raum lässt für Originalität im Umgang mit dem Design. Und ich mag den Boutique-Charakter der Firma: Man spürt, dass Qualität und nicht Marktanteile an erster Stelle stehen. Das handhabe ich in meiner Agentur ebenso und das verbindet.

 

Welche Botschaft sollen die Kampagnenmotive transportieren?

Wir haben uns leiten lassen von dem, was Mountainbiking ausmacht. Und diese Haltung dann in Headlines komprimiert. Dann haben wir weltweit Designer angeschaut, um die Botschaften spektakulär umzusetzen – in einem Artwork, das ebenso auffällt wie ein Rotwild-Bike. Hier sind wir bei einem Amsterdamer Künstler fündig geworden: Er arbeitet mit einer Galerie in Miami zusammen, und wir konnten ihn für die Zusammenarbeit gewinnen.

 

Wie lange dauert der Prozess von der ersten Motividee bis zur finalen Kampagne?

Am Anfang stand, wie gesagt, eine lange Phase der Begeisterung für die Bikes. Das hat sicher geholfen, denn wir kannten jedes Fahrrad und wussten, was die Räder ausmacht. Es war ein bisschen so wie in meiner Anfangszeit: Als ich meinen ersten Job bei Jung von Matt bekam, heute die Nr. 1 der kreativen Werbung in Deutschland und damals ein 20-Mann-Laden, hatte ich mich schon lange mit der Werbung der Agentur beschäftigt und kannte fast alle Motive, die dort entstanden waren – so fielen mir der Einstieg und die ersten Arbeiten leichter. Genauso war es auch bei Rotwild: Wenn man eine Marke kennt, geht die Arbeit schneller von der Hand. Rechnet man also diese Begeisterungsphase mit in die Zeit der Kampagnenentwicklung ein, dann hat es über ein Jahr gedauert. Die Motive selbst zu gestalten, kostete unsere Texter und Art Direktoren dann noch einmal etwa zwei bis drei Monate.

 

Und wie viele Leute sind in einen solchen Prozess involviert?

Das Team besteht in der Agentur aus einem Kreativdirektor, der den gesamten Prozess im Auge hat. Mit ihm zusammen arbeiten zwei Texter und zwei Art Direktoren. Hier werden erst viele Ideen ausprobiert, bevor man dann die besten dem Team von Rotwild präsentiert. Wir haben damals drei Kampagnen gezeigt, die wir richtig klasse fanden. Und daraus hat Rotwild dann seinen endgültigen Favoriten ausgewählt.

 

Die Illustrationen entstanden ja in Zusammenarbeit mit dem Künstler Sit. Wie kam diese Kooperation zustande?

Tim, der bei uns die finale Art Direktion verantwortet hat, hat ein tolles Händchen für Talente. Er scoutet sie im Internet auf den einschlägigen Seiten und nimmt dann Kontakt auf. Da wir als Agentur bekannt sind für herausragende Designlösungen, die oft sehr künstlerisch sind, können wir auch Talente für die Zusammenarbeit gewinnen, die Werbung eigentlich uncool finden. So war es auch bei Sit. Tim hat ihm unsere Sachen gezeigt und so hatten wir direkt eine Ebene, die von hohem gegenseitigen Respekt geprägt war und auf der wir gut sprechen konnten. Beide Seiten wussten, dass es ein tolles Ergebnis werden würde.

 

Warum haben Sie Sit für die Umsetzung der Kampagne ausgewählt?

Weil er der Beste war für das, was Rotwild und wir erzielen wollten.

 

Was macht für Sie eine gute Werbekampagne aus?

Sie hat ihren eigenen Charakter und findet einen Weg, den Spirit der Marke einzufangen. Und meist lässt sie es krachen und einen so schnell nicht mehr los – wie eine gute Abfahrt.

 

Immer up-to-date mit dem ROTWILD Newsletter

Jetzt kostenlos registrieren