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Hintergründe zu EMV-Prüfungen bei E-MTBs

David Dönigus ist als Ingenieur seit 2014 für ROTWILD tätig. In seiner Rolle als Research & Development Engineer E-MTB ist er unter anderem auch für die Prüfverfahren zur elektromagnetischen Verträglichkeit von E-Bikes verantwortlich. In diesem Interview erläutert der 33-jährige Hintergründe zu den EMV-Prüfungen bei ROTWILD.

 

Warum sind Prüfverfahren zur elektromagnetischen Verträglichkeit bei der Entwicklung von E-MTBs wichtig?

Durch den im E-MTB verbauten Antrieb wird aus dem Fahrrad aus technischer Sicht eine Maschine und diese muss den rechtlichen Vorgaben uneingeschränkt entsprechen. Erst wenn das Produkt allen geltenden Anforderungen der Harmonisierungsvorschriften genügt, darf es mit einer CE-Kennzeichnung versehen werden. Die genauen Vorschriften zur elektromagnetischen Verträglichkeit sind in der DIN EN 15194 aufgeführt. Jedes Pedelec oder E-MTB muss deshalb die erforderlichen Bedingungen der Norm erfüllen. Damit wird sichergestellt, dass es im Betrieb nicht zu Einschränkungen oder gar Fehlfunktionen kommt. Ebenso dürfen natürlich auch andere Verkehrsteilnehmer nicht durch Aussendungen, die von einem E-MTB ausgehen, gestört werden.

 

Wie genau laufen solche Prüfungen ab?

Die Räder werden auf Störfestigkeit, Störaussendung und gegen die Entladung statischer Elektrizität geprüft. Das eigentliche Messprozedere von wenigen Stunden ist vom Zeitaufwand vergleichsweise überschaubar.

Jedoch stellt das Rüsten für die Messungen einen erheblichen Aufwand dar. Gerade beim Justieren des Prüfstands auf das vorhandene Fahrradmodell und natürlich das Ausrichten und Vermessen aller Antennen ist höchste Präzision gefragt. Der gesamte Prozess dauert so pro Fahrradmodel einen ganzen Tag.

 

Arbeitet ROTWILD dabei mit unabhängigen Prüfinstituten zusammen?

Richtig, wir arbeiten hier mit renommierten Instituten zusammen, die alle notwendigen Frequenzen abdecken können und einen speziellen Prüfstand für Pedelecs besitzen, da diese während der Messungen in einem bestimmten Lastfenster zu betreiben sind.

 

Welche Komponenten des E-MTB werden dabei geprüft?

Bei der EMV-Prüfung werden alle elektronischen Komponenten unter die Lupe genommen. Das heißt, neben Motor, Akku und Display werden auch elektronische Schaltungen und Lichtanlagen freigeprüft, sofern diese verbaut sind.

 

Wie können sich elektromagnetische Störungen von außen auf die Funktion der elektronischen Komponenten des E-MTB auswirken?

Ein Störeinfluss kann sich beispielsweise in einer unkontrolliert blinkenden Lichtanlage oder anderen Funktionseinbußen äußern. So kann es zum Beispiel auch zu Störungen des Radioempfangs kommen.

 

Durch welche Maßnahmen werden elektromagnetische Störungen, die vom Bike ausgehen und das Bike beeinträchtigen können, verhindert?

Der wichtigste Punkt ist hierbei eine saubere Abschirmung aller stromführenden Komponenten und natürlich auch aller Leitungen. Durch die saubere Abschirmung der hochwertigen Komponenten in unserem System und die sorgfältige Montage können wir Unregelmäßigkeiten und Störeinflüsse bei ROTWILD E-MTBs und Pedelecs ausschließen.

 

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