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Fully oder Hardtail? Tipps vom Bikeguide Manuel Huber

Das wunderschöne Berchtesgadener Land. Watzmann, Königssee und Steinernes Meer locken Touristen aus aller Welt an. Doch nicht nur die großen Attraktionen strahlen eine ganz besondere Anziehungskraft aus. Auch Biker zieht es in die Region, denn rund um Berchtesgaden erstreckt sich ein wahres Mountainbike-Paradies. Manuel Huber kennt sich dort bestens aus. Er ist Bikeguide, 31 Jahre jung und nimmt die Trails und Gipfel täglich in Angriff.

„Ich bin mit Rädern aufgewachsen. Sie begleiten mich schon mein ganzes Leben“, erzählt Huber. „Aber so richtig in die Pedale treten, tue ich seit gut zehn Jahren. Ich liebe es, mich die Berge hoch zu quälen.“ Seit acht Jahren ist er Bikeguide und stellt Touren für Freizeitbiker genauso wie für ambitionierte Mountainbiker zusammen. Er weiß, worauf es ankommt, wenn es um die Frage: Fully oder Hardtail geht. Hier gibt Manuel Huber ein paar Tipps, was man beim Kauf eines neuen Bikes beachten sollte.

 

Fully oder Hardtail?

„Die Zeiten haben sich geändert. Vor ein paar Jahren waren Fullys nur was für die Wilden, die sich irgendwelche Trails heruntergestürzt haben. Aber wenn man dieses Jahr das Rennen bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro gesehen hat, waren viele der Topathleten auf Fullys unterwegs. Mittlerweile sind die Bikes von der Geometrie und Fahrposition her so gut gebaut und konzipiert, dass man sich auch als professioneller Racer oder einfacher Normalo auf so einem Drahtesel wohlfühlt und den Komfort einer Vollfederung nutzen und genießen kann. So sind Fullys mehr und mehr gefragt – bei Pros und Freizeitbikern. Trotzdem sollte jeder individuell für sich entscheiden: Was will ich mit meinem Bike machen? Was für Einsatzgebiete stehen auf meinem Programm: eher gemütliche Panoramatouren, breite Forstwege oder knackige Downhills? Will ich vielleicht sogar einen Kindersitz montieren? Das ist der erste Schritt.“

 

Welcher Biketyp bin ich?   

„Kommen wir zum zweiten Schritt. Der Markt gibt sehr viel her: Marathon-Fully, Cross-Country, All-Mountain – für jeden Einsatzbereich gibt es ein bestimmtes Bike. Aber drei neue Räder muss man sich deswegen nicht gleich kaufen. Eigentlich reicht es völlig aus, wenn man das Ganze auf einen Satz beziehungsweise eine Frage reduziert: Möchte ich eine direkte Kraftübertragung wie beim Hardtail oder eher den Komfort eines Dämpfers? Also: Bin ich eher ein Racer, der auf jedes Gramm achtet und Gas geben will, oder doch ein gemütlicher Easyrider?“

 

Testfahrt: sehr wichtig

„Vor jedem Kauf sollte man auf jeden Fall eine richtige Testfahrt absolvieren. Das heißt, dass man bei einem Händler nachfragt, ob das gewünschte Bike auch als Testversion verfügbar ist. Gegebenenfalls bieten auch verschiedene Radverleiher die Möglichkeit einer Testfahrt an. Nur so kann man checken, ob die Sitzposition, die Rahmengröße und die Übersetzung am Schaltwerk zu mir passen. Und ob ich 27,5-Zoll- oder doch 29-Zoll-Laufräder bevorzuge.“ 

 

Alu oder Carbon?

„Ein Alurahmen ist nicht ganz so anfällig für Schäden, gerade wenn man über Stock und Stein rollt. Wer aber jedes mögliche Gramm beim Bike-Setup einsparen will, kommt an einem Carbonrahmen nicht vorbei.

 

Berchtesgaden ist kein echtes Fully-Land

„Das Berchtesgadener Land ist eher ein Gebiet für Hardtails und Marathon-Fullys. Denn im Nationalpark Berchtesgaden gibt es kaum Trails. Fast alle Strecken führen über Wald- und Forstwege – allerdings mit traumhaften Ausblicken. Biker, die nicht so viel Wert auf krasse, steile und enge Trails legen, sondern mehr auf Kilometer, Ausdauer und wunderbare Landschaften stehen, kommen sofort ins Schwärmen. Die Touren rund um den Königssee oder Watzmann sind einfach super!“

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