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Fünf Fragen an Richie Schley zum Status Quo des MTB Freeride-Sports

Richie Schley zählt zu den Pionieren der Freeride-Bewegung und hat alle Entwicklungen des MTB Freeridings hautnah erlebt. Doch die jüngsten Ereignisse mit der heftigen Verletzung von Paul Basagoitia, dem nach seinem Sturz beim Red Bull Rampage eine Querschnittslähmung droht, sorgen in der Szene für heftige Diskussionen. In welche Richtung entwickelt sich das Freeriden? Wir haben Richie Schley dazu fünf Fragen gestellt.

Events wie der Red Bull Rampage verschieben die Grenzen des MTB Freeride-Sports immer weiter. Die Tricks werden heftiger, die Lines spektakulärer. Sind wir langsam am Ende dieser Entwicklung angelangt oder gibt es immer noch Luft nach oben?

Ich bin ja früher selbst bei diesen Events mitgefahren. Nun verfolge ich sie als Zuschauer und Kommentator, und ich hätte mir nie träumen lassen, dass wir Drops mit Flips oder Double Backflips über die Kicker zu sehen bekommen. Ich denke, die Entwicklung wird stetig weitergehen.

Wie gehst du selbst mit dem Verletzungsrisiko beim Freeriden um?

Ich versuche, clevere Entscheidungen zu fällen. Aber es kommt einfach immer wieder mal vor, dass du zuviel willst und dann passieren meist schmerzhafte Fehler.

Wenn du die heutige Zeit mit den Anfängen der MTB Freeride-Bewegung vergleichst: Was hat sich verändert? Gibt es Dinge, die du rückgängig machen würdest, wenn du könntest?

Das Auffälligste ist sicherlich, dass die Bikes heute einfach viel besser sind. Das gilt für alle Komponenten wie Reifen, Federungen, Bremsen sowie die Haltbarkeit und die Rahmengeometrie. Das Freeriden ist heute um ein Vielfaches schneller. Damals ging es zwar auch schon um große Sprünge, aber alles fand bei viel geringerer Geschwindigkeit statt. Aber eine steile Abfahrt ist damals wie heute gleich anspruchsvoll. Steil bleibt einfach steil, und du kannst über einen gewissen Grad nicht hinausgehen. Wobei das bessere Material steile Runs heute vielleicht etwas einfacher macht.

In welche Richtung geht die Entwicklung beim MTB Freeriden?

Das hängt ganz stark davon ab, wer hier das Heft in die Hand nimmt. Slopestyle ist cool, wird aber meiner Meinung nach allmählich etwas fad. Events wie der Rampage sind unglaublich, aber sehr gefährlich. Die Top-Fahrer werden bestimmen, wohin die Reise geht.

Was kannst du Kids mit auf den Weg geben, die heute von einer Karriere als MTB Freeride-Profi träumen?

Mach es, weil du es wirklich magst und überfordere dich beim Fahren nicht. Es ist nicht so viel Geld in unserem Sport zu holen, und es gibt einfach nichts, was eine dauerhafte schwere Verletzung rechtfertigt.

Mehr über Richie Schley gibt es auf seiner Team Page.

Das Highlight Video vom Red Bull Rampage 2015 vermittelt einen ganz guten Eindruck vom Status Quo des MTB Freeride-Sports:

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