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Feintuning am MTB: So findet man den richtigen Reifendruck

Der Reifendruck beeinflusst das Fahrverhalten beim Mountainbiken auf unterschiedliche Art und Weise und hat direkten Einfluss auf Dämpfung, Grip und Rollwiderstand. Es lohnt sich also durchaus, mit dem Luftdruck im Reifen zu experimentieren, um so die für den jeweiligen Einsatzbereich und den persönlichen Geschmack perfekte Abstimmung zu finden. Doch wie findet man den optimalen Reifendruck? Um dies zu klären, trafen wir Sebastian Moos, Head of Product Management Fahrradreifen bei Continental zum Interview

Wovon hängt die Wahl des richtigen Reifendrucks ab?

Grundsätzlich ist die Wahl des richtigen Reifendrucks tatsächlich immer in Zusammenhang mit dem Einsatzbereich, Fahrergewicht, Reifengewicht und schließlich Systemgewicht zu sehen. Um ein Beispiel zu nennen: Im Enduro-Bereich werden teilweise Drücke von 1.5/1.6 am Vorderreifen und bis zu 1.8/2.0 am Hinterrad gefahren.

Gibt es überhaupt den richtigen Reifendruck, oder ist das auch zum Teil Geschmacksache?

Für die Wahl des richtigen Reifendrucks spielen die oben genannten Faktoren eine Rolle, außerdem der persönliche Geschmack sowie auch der Maximaldruck, der für einen Reifen technisch freigegeben ist. Wir geben diesen zur Sicherheit unserer Kunden sowohl auf dem Reifen selbst an als auch auf Verpackung und in unserem Katalog an. 

Inwiefern spielen der Einsatzbereich und der Untergrund eine Rolle bei der Wahl des Reifendrucks?

Der Untergrund beziehungsweise das Fahrvermögen des Bikers spielen bei der Wahl des Reifendrucks auf jeden Fall eine Rolle. Für den Einsatz auf leichtem Schotter und Feldwegen wird tendenziell ein höherer Reifendruck gewählt als beispielsweise beim Downhill oder im Enduro. Hier steht eine stärkere Dämpfung im Vordergrund, die grundsätzlich mit geringerem Reifendruck erreicht wird.

Wie wirkt sich ein zu hoher oder ein zu niedriger Reifendruck aus?

Bei einem zu hohen Reifendruck fehlen in der Folge die benötigte Dämpfung und der Grip. Im schlimmsten Fall könnte der Reifen beim Fahren von der Felge springen. Man sollte den angegebenen Maximaldruck eines Reifens deshalb niemals überschreiten. Bei einem zu niedrig gewählten Druck steigt wiederum die Gefahr der Snakebites.

Können Sie Empfehlungen für ein gutes „Allround-Setup“ mit Tubeless-Reifen und Clinchern geben?

Grundsätzlich gilt, dass man beide Systeme für einen vergleichbaren Fahreindruck mit ähnlichen Drücken fahren kann. Bei Tubeless-Systemen hat man den Vorteil, ohne den Schlauch gewissermaßen näher am Boden zu sein und den direkten Kontakt zu spüren, wenn man so möchte. Bei Reifen, die mit Schlauch gefahren werden, steigt bei zu geringem Druck wieder die Gefahr der Snakebites, sodass im schlimmsten Fall der Schlauch in Mitleidenschaft gezogen werden könnte.

Können Sie denn für Tubeless-Reifen und Clincher konkrete Werte für einen guten „Allround“-Reifendruck bei Breiten von 2.3-2.5 nennen?

Das Enduro Mountainbike Magazin hat auf seiner Website diese Empfehlungen für verschiedene Reifendrücke veröffentlicht, die gute Richtwerte sind:

1,8 bar (26 psi) vorne und hinten bei Standard-Tubeless-Reifen von 2,35–2,4″

2,0 bar (29 psi) vorne und hinten bei Standard-Schlauchreifen von 2,35–2,4″

Bei 2,8–3,0″ breiten Plus-Reifen empfehlen die Tester:

1,2 bar (18 psi) vorne und hinten bei Standard-Tubeless-Reifen von 2,8–3,0″

1,4 bar (20 psi) vorne und hinten bei Standard-Schlauchreifen von 2,8–3,0″

Continental hat derzeit Reifen mit einer Breite von maximal 2.4-2.5 im Sortiment. Sind bei Ihnen in Zukunft auch noch breitere Reifen über 2.5 geplant?

Das Thema breitere Reifen wird uns sicher auch in Zukunft weiter begleiten. Der Untergrund, Grip sowie nicht zuletzt das Fahrvermögen jedes Einzelnen spielen bei der Wahl der individuellen Reifenbreite generell eine Rolle. Technologisch geht es darum, das richtige Verhältnis aus Rollvermögen, Traktion und Pannenschutz des Reifens für seinen jeweiligen Einsatzbereich auszutarieren.

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