Faktencheck E-MTB-Transport: Im Auto oder auf dem Heckträger?

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Vor einer Reise oder einem Kurztrip stehen E-MTB-Besitzer vor der Frage: Wie soll ich mein gutes Stück mit dem Auto zum Zielort transportieren – auf dem Dach, am Heckträger oder im Wagen? Kann ich dabei etwas falsch machen? Welche Transportweise ist für das Bike besonders schonend? Die Antworten auf diese Fragen gibt es hier. 

Was die Profis raten

Nicht immer hat man die Möglichkeit, von der Haustür weg zu seiner E-MTB-Tour aufzubrechen. Für den Tagesausflug in die Berge oder den Urlaub im Bike-Paradies muss man das Rad mit dem Auto transportieren – bloß wie? Danny Herz vom ROTWILD Außendienst Österreich, der fast täglich E-MTBs befördern muss, hat dazu eine klare Meinung: „Dachträger schließe ich mit E-Bike aus. Es gibt zwei Methoden, um ein E-MTB zu transportieren – im Auto oder auf dem Heckträger.“ Vertriebskollege Stephan Koch stimmt seinem Kollegen zu, wendet allerdings ein: „Es gibt einige Punkte, die gegen eine Verwendung von Heckträgern sprechen.“ Auf diese Argumente – und diejenigen, die für den Heckträger sprechen – werden wir im Folgenden noch näher eingehen. Koch berichtet nämlich auch: „Wir verwenden seit vielen Jahren Heckträger mit Anhängerkupplungssystem auf unseren Mercedes V-Klasse Firmenwagen, packen diese mit bis zu drei E-Mountainbikes voll und fahren so über die Alpen.“

Warum nicht auf das Dach?

Früher war es gängig, sein Mountainbike für den Gardasee-Trip auf das Autodach zu schnallen. Dass dies mit dem E-Bike nicht ratsam ist, hat mehrere Gründe. Zwei davon hängen mit dem höheren Gewicht der E-Bikes im Vergleich zu den motor- und akkulosen Mountainbikes zusammen: 

  • Es ist eine im Wortsinn schwere Aufgabe, ein E-Bike auf das Autodach zu stemmen.
  • Noch wichtiger ist der Sicherheitsaspekt. Eine Untersuchung des Allianz Zentrums für Technik (AZT) ergab 2015, dass sich die E-Bikes beim Aufprall aufgrund ihres hohen Gewichts aus den Halterungen lösten. Auch beim Ausweichen oder Überfahren von Unebenheiten kamen die Dachträger schnell an ihre Grenzen. 
  • Der dritte Grund ist das Spritzwasser bei heftigen Regenfällen, das Elektronikteile des Bikes beschädigen kann.

Bikes auf dem Dach transportieren? Bitte nicht mit E-Bikes, empfehlen die Experten. Das Mehrgewicht kann die Trägersystem schnell an ihre Grenzen bringen.

Grundsätzliches zum Fahrradheckträger

Fahrradheckträger gibt es in zahlreichen Ausführungen. Aufgrund des Gewichts empfehlen sich beim Transport von E-MTBs Versionen für die Anhängerkupplung, da diese stabiler sind. Viele Hersteller haben inzwischen spezielle E-Bike-Heckträger im Angebot. Beim Kauf gilt: Nicht einfach das günstigste Modell im Internet bestellen, sondern beim Fachhändler beraten lassen und den Träger mit dem eigenen Auto und E-Bike testen.

Über die Klemmung wird das Bike stabilisiert und bei Beschleunigungs- bzw. Bremsvorgängen sicher in Position gehalten. Vorsicht ist bei Carbon-Rahmen geboten, damit durch die Klemmung das Material nicht beschädigt wird.

Wichtig: Das Rad auf dem Heckträger muss optimal befestigt und gesichert werden – sonst drohen Bußgelder wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, im Falle eines Unfalls auch höhere Strafen.

Tipp: Beim Außentransport sind grundsätzlich der Akku sowie alle beweglichen Teile wie Bordcomputer vom Rad zu entfernen und im Fahrzeuginneren zu verstauen – und zwar sicher, so dass sie bei plötzlichen Bremsvorgängen nicht durch den Innenraum schießen können.

Über die Laufräder wird das Bike fest mit dem Trägersystem verbunden. Auf korrekten Sitz ist hier deshalb besonders zu achten.

Achtung: Wenn Fahrradträger oder E-Bike das hintere Nummernschild teilweise oder vollständig verdecken, muss man am Fahrradträger laut Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) ein gesondertes Kennzeichen anbringen. Fehlt dieses zusätzliche Nummernschild, droht ein Bußgeld von 60 Euro.

Was gegen den Fahrradheckträger spricht

Stephan Koch führt drei Gründe an, die gegen die Verwendung von Fahrradheckträgern sprechen:

  • Sehr hoher Wasserdruck bei Niederschlag – „Unsere Serviceleute sagen, dass das Spritzwasser fast wie ein Dampfdruckstrahler wirkt!“, berichtet Koch. Das bedeutet vor allem Gefahr für die Elektronik.
  • Hohe Temperaturen von Abgasanlagen in kritischen Bereichen wie Reifen oder Felgen
  • Diebstahlschutz

Schutz vor Spritzwasser: Abhilfe gegen den Wasserdruck schafft eine Fahrradschutzhülle, die das Bike vor Regen schützt. Solche Regencover werden in vielen Varianten angeboten. Hier ist zu beachten, dass die Regenplane auch die Winddurchlässigkeit vermindert und damit dem Seitenwind eine Angriffsfläche liefert. Dies bedeutet nicht nur zusätzliche Belastung für die Anhängerkupplung, sondern kann auch zu Problemen mit dem Fahrverhalten des Wagens führen. Bei starkem und vor allem böigem Wind ist daher die Fahrgeschwindigkeit zu vermindern. Wichtig ist es in jedem Fall, die Plane gegen Flattern und Aufbauschen gut mit Spanngurten zu sichern.

Was die hohen Temperaturen der Abgasanlagen betrifft, sollte man beim Kauf darauf achten, dass der Träger nicht zu tief liegt und in deren Nähe kommt. In Sachen Diebstahl empfiehlt sich in einen abschließbaren Träger zu investieren und das Bike zusätzlich mit einem hochwertigen Schloss zu sichern.

Was für den Fahrradheckträger spricht

Im Vergleich zum Transport im Auto gibt es ein Argument, das klar für den Heckträger spricht: die bequeme Montage des E-MTBs. Man muss keine Räder abnehmen, kann das Bike am Zielort einfach vom Auto heben und ist nach Anbringen von Akku etc. schnell fahrbereit. Außerdem lassen sich mehrere Bikes leichter transportieren als vor allem in kleineren Autos. Dort drohen Kratzer oder schlimmere Beschädigungen, falls die Bikes im Kofferraum übereinander liegen.

Bitte beachten: Wurden, wie oben geraten, Display und Akku für den Transport auf dem Heckträger entfernt, sollte man die am E-Bike freiliegenden Anschlusskontakte vor Feuchtigkeit und Schmutz schützen. Auch die Motoreinheit gilt es vor äußeren Einflüssen zu bewahren. Wasserabweisende Transporthüllen sind im Fachhandel erhältlich.

Achtung: Während der Fahrt bei Pausen immer wieder kontrollieren, ob die E-Bikes noch sicher fixiert sind.

Checkliste Fahrradheckträger

Diese Regeln gilt es beim Fahrradheckträger unbedingt zu beachten:

  • Die zulässigen Gewichte dürfen nicht überschritten werden – sowohl die zulässige Zuladung des Heckträgers, die dessen Hersteller angibt, als auch die maximale zulässige Stützlast der Anhängerkupplung und des gesamten Autos.
  • Das Rad muss sicher befestigt sein, sodass es beim Ausweichen und Bremsen nicht verrutscht.
  • Alles losen Teile wie Bordcomputer oder Luftpumpen entfernen. Sie können sich während der Fahrt lösen und andere Fahrzeuge beschädigen.
  • Auch den Akku aus Sicherheitsgründen abmontieren und im Fahrzeuginneren transportieren, wo er besser vor Stößen und Hitze geschützt ist. Weiterer Vorteil: Der Transport der wertvollen Akkus im Auto ist ein zusätzlicher Diebstahlschutz. Im Auto in gepolsterten Hüllen aufbewahren und alles sicher befestigen! 

Transport im Auto

Der Transport im Wagen ist deswegen empfehlenswert, da das Bike hier vor Wetter und Schmutz geschützt ist. Auch gegen Diebstahl bietet diese Variante einen höheren Schutz. „Bei großen Autos oder Vans gibt es die Möglichkeit für Haltesysteme, z. B. Bike Inside“, sagt Stephan Koch. „Hier reicht der Ausbau des Vorderrades. Die Gabel wird sicher in der Halterung fixiert.“ Bei kleineren Autos müsse man oft mehr zerlegen und manchmal sowohl Vorder- als auch Hinterrad abmontieren, um alles unterzubringen. In einem solchen Fall empfiehlt es sich die Einzelteile mit Luftpolsterfolie oder Decken vor Transportschäden zu schützen.

Wer die Möglichkeit des Transports seines Bikes im Fahrzeug hat, z.B. im Van, sollte auch hier auf richtige Sicherung der Bikes achten. Spezielle Haltesysteme erleichtern die Handhabung.

Achtung: „Gerne werden beim Einräumen des Bikes die Steckachsen am Parkplatz vergessen“, weiß Stephan Koch zu berichten. Das könne am Urlaubsort teuer und unangenehm werden, wenn man das Vorderrad nicht mehr einspannen könne.

Bitte beachten: Auch im Auto sollte man den Akku abnehmen und wie alle anderen Bike-Teile sicher befestigen. Faustregel: Bei einer Vollbremsung muss alles sicher an seinem Platz bleiben und nicht durch die Windschutzscheibe schießen. Zur Befestigung reichen handelsübliche Spanngurte. Bei unsachgemäßer Sicherung drohen Bußgelder wegen Gefährdung des Straßenverkehrs. Darunter ist eine Situation oder ein Zustand zu verstehen, in der eine Person, ein Tier oder eine Sache zu Schaden kommen KANN – es muss also nicht erst ein Schaden vorliegen, damit das Gesetz greift. 

Fazit

Wie sagte Danny Herz eingangs? „Es gibt grundsätzlich zwei Methoden, um ein E-Bike zu transportieren.“ Letztlich bleibt die Wahl zwischen dem Transport im Auto oder auf dem Heckträger eine individuelle Entscheidung. Besitzer kleinerer Autos dürften den Heckträger bevorzugen, bei geräumigeren Modellen lassen sich auch im Wagen bequeme und sichere Alternativen finden.

Das sagt die ROTWILD Bedienungsanleitung

Abschließend weisen wir hier noch darauf hin, was die Bedienungsanleitungen der ROTWILD E-Mountainbikes zum Transport mit dem Auto sagen: 

„Achten Sie beim Kauf eines Fahrradträgers auf die Einhaltung der Sicherheitsnormen Ihres Landes, z.B. GS-Zeichen. In Deutschland muss der Träger mit einer Zulassung nach § 22 StVZO versehen sein. Lesen Sie die Bedienungsanleitung Ihres Fahrradträgers und halten Sie sich an die zulässige Nutzlast sowie die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit.

Es wird empfohlen, die ROTWILD E-MTBs im Innern des Fahrzeuges zu transportieren.

Ungesichertes oder falsch gesichertes E-MTB auf dem Transportsystem: Ein ungesichertes oder falsch gesichertes E-MTB kann sich während der Fahrt vom Transportsystem lösen und schwere Unfälle verursachen. Prüfen Sie das E-MTB vor jeder Fahrt und während einer längeren Reise in regelmäßigen Abständen auf einwandfreien und festen Sitz. 

Luft im Bremssystem: Wird ein E-MTB mit hydraulischen Scheibenbremsen kopfüber transportiert, kann Luft in das Bremssystem gelangen, und das kann zum Ausfall der Bremse führen. Trägersysteme, mit denen das Rad mit dem Lenker und Sattel nach unten befestigt werden, sind nicht erlaubt, da während der Fahrt unzulässig hohe Belastungen auf die Teile einwirken.

Hinweis: Beim Transport mit einem Fahrradträger ist darauf zu achten, dass das Unterrohr nicht mittels Klemmbacken o.ä. fixiert wird, da dies zu Schäden an der Antriebsbatterie im Innern führen kann.“

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