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Fahrtechnik-Tipps: Mit diesen drei Manövern sicher durchs Gelände

Eine gute Fahrtechnik und die Beherrschung des Mountainbikes sind die Voraussetzung für eine erfolgreiche Crosscountry-Tour. Im ersten Teil unserer Fahrtechnik-Tipps haben wir die fünf Grundfertigkeiten erklärt, die man auf dem Bike beherrschen sollte.  Doch bei einem Ritt über Stock und Stein rollt es sich selten ohne Hindernisse oder plötzliche Richtungswechsel. Auf solche Situation sollte man vorbereitet sein und den Bunny Hop, den Wheelie und das Fahren von Serpentinen beherrschen.

 

Mit dem Bunny Hop kleine Hindernisse überspringen

 

Durchs Crosscountry kommt man selten nur barrierefrei. Äste, kleine Baumstämme oder felsige Kanten, natürlich Hindernisse eben, erfordern teilweise akrobatische Fahrtechniken. Auch im Asphaltdschungel treffen Biker regelmäßig auf Bordsteinkanten, für die es nicht unbedingt lohnt abzusteigen. Ein geeignetes Manöver dafür ist der Bunny Hop, mit dem man mit geringem Kraftaufwand kleine Hindernisse überspringen kann. Damit der Bunny Hopp sturzfrei gelingt fährt man ein Hindernis stets mit waagrechten Kurbeln im rechten Winkel an. Mit gebeugten Knien und tiefer Haltung wird der Körperschwerpunkt nah ans Tretlager gebracht. Aus der Grundposition erfolgt dann eine kontrollierte, explosive Streckung der Beine mit einer Verlagerung des Oberkörpers nach hinten oben. Gleichzeitig werden die Arme gestreckt und durch den Impuls das Vorderrad angehoben. Durch Ziehen am Lenker und Druck auf die Pedale wird das Hinterrad im selben Moment nach vorne geschoben. Nun wird auch der Körper dynamisch nach vorne oben bewegt und gestreckt, wobei die Hüfte Richtung Lenker bewegt wird. Nur wenn die Füße weiterhin fest auf den Pedalen bleiben, hebt auch das Hinterrad ab, so dass jetzt beide Räder gleichzeitig in der Luft sind. Als erstes landet dann wieder das Vorderrad, und durch eine Verlagerung des Körpers nach hinten wird das Hinterrad noch etwas nach vorne geschoben und die Landung geschmeidig abgefedert. Echte Hindernisse sollte man gerade am Anfang besser weglassen und erstmal nur eine markierte Linie überspringen. Diese Technik ist auch gut dafür geeignet, um Stufen zügig hinauf oder abwärts zu nehmen. 

 

Wheelie mit dem Mountainbike

 

Fast jeder Zweiradfahrer hat sich schon einmal an einem Wheelie probiert, das Fahren auf dem Hinterrad. Eigentlich ein einfaches Manöver, mit dem sich auch Eindruck schinden lässt, vorausgesetzt man beachtet ein paar Regeln der Physik. Wer den Bunny Hop beherrscht, hat schon die halbe Miete, denn zum Wheelie kommt nur noch ein gewisses Gespür für Geschwindigkeit und Gleichgewicht dazu. Mit gebeugten Knien und Oberkörper über dem Lenker wird langsam angefahren, wobei man dabei fest im Sattel sitzt und zwei Finger stets die Hinterradbremse kontrollieren. Mit kurzem, kraftvollen Antritt im kleinen Gang und einer Verlagerung des Körperschwerpunkts nach hinten über die Hinterradachse wird das Vorderrad angehoben. Eine gleichzeitige dynamische Streckung der Arme und impulsiver Schub des Hinterrades nach vorne unterstützen das. Durch dosiertes Treten und leichtes Bewegen der Knie nach außen können das Gleichgewicht und Mountainbike während des Wheelies auf Linie gehalten werden. Ein Abgang nach hinten wird durch kontrolliertes Bremsen, ein Absenken des Vorderrads durch mehr Druck aufs Pedal vermieden. Die Landung des Vorderrads wird durch die Beugung der Beine und Arme sanft abgefedert. 

 

Mountainbike-Fahrtechnik: Serpentinen

 

Wer im Crosscountry nach oben fährt, muss meistens auch wieder nach unten. Dabei rollt man oft schneller und nur selten geradeaus. Spannend wird es, sobald bergab auch Serpentinen zu nehmen sind und die Kurven steiler werden. Denn schon bergauf erfordern Serpentinen etwas Geschick. Doch Gleichgewicht, Schwerpunktverlagerung und richtiges Timing für Serpentinenfahrten kann man durchaus üben. Den Schwung aus der Geraden sollte man bergauf unbedingt mitnehmen und durch eine schnelle Verlagerung des Oberkörpers nach hinten wird das Bike mit einem kraftvollen Antritt um die Kurve nach oben gelenkt. Das kurveninnere Pedal ist währenddessen oben, so dass es nicht aufsetzt.

Downhill erfordert etwas Risikobewusstsein, wobei langsamer nicht unbedingt sicherer ist. Mit etwas mehr Speed kann man das Hinterrad gerade in Spitzkehren oftmals kontrollierter um die Kurve driften lassen. Die engen, steilen Kurven werden im Stehen mit gebeugten Knien, waagrechter Kurbel und dem Körperschwerpunkt über dem Tretlager angefahren. Mit der Kurveneinfahrt wird der Blick zum Kurvenausgang gerichtet, das äußere Pedal nach unten gedrückt und der Körperschwerpunkt leicht nach hinten verlagert. Die Finger kontrollieren dabei nur die Hinterradbremse, um dosiert anzubremsen. Mit Einfahrt in die Spitzkehre wird das Bike kontrolliert nach innen gelegt. Bei Bedarf kann man den kurveninneren Fuß vom Pedal nehmen. Die Augen fixieren weiterhin den Kurvenausgang, während sich Kopf, Schultern und Hüfte ebenso in diese Richtung drehen – so folgt auch das Rad fast automatisch. Am Scheitel der Kurve kann die Bremse etwas stärker gezogen und der Körper leicht nach vorne unten geneigt werden, um das Hinterrad zu entlasten, dann rutscht es den Rest der Kehre zügig herum. Mit einem kurzen Antritt wird das Bike wieder stabilisiert und die Fahrt fortgesetzt.

Noch mehr Tipps zur Fahrtechnik gibt es im ersten Teil: Basis Tipps für eine bessere Fahrtechnik

 

  • Die richtige Haltung in jeder Situation
  • Wer richtig bremst, verliert nicht
  • Geradewegs durch jede Kurve
  • Das Mountainbike – Mittel zum Zweck: Bergauffahren
  • Wo’s hoch geht, geht’s auch wieder bergab

 

 

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