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Erfahrungsbericht: Ortler-Umrundung mit dem Mountainbike

Die Rundtour um den mächtigen Ortler gilt bei Mountainbikern als ein Highlight der mehrtägigen Alpentouren. Wir sind die Route nachgefahren, haben ein paar Anpassungen bei der Etappenaufteilung vorgenommen und hier Tipps für die eigene Tourenplanung zusammengestellt.

 

Touren-Guru Uli Stanciu beschreibt auf seiner Website www.bike-gps.com die Rundtour um den Ortler enthusiastisch: „Fantastisch. Atemberaubend. Begeisternd. Die üblichen Superlative für eine tolle Biketour reichen hier kaum aus. Diese siebentägige Fahrt ‚Rund um den Ortler‘ ist ein Bike-Abenteuer mit höchstem Erlebniswert, eine Singletrail-Orgie mit absolutem Superpanorama auf jeder Etappe.“

Nach solch verlockenden Worten stand die Wahl der Tour für den diesjährigen MTB-Trip unserer Bike-Gruppe schnell fest: Die Umrundung des Ortler war fällig! Die Aufteilung der Etappen in der vorgeschlagenen Route war für unsere Bedürfnisse allerdings nicht ganz optimal. Das hatte vor allem zwei Gründe:

Erstens: Bei der Aufteilung von Uli Stanciu übernachtet man überwiegend auf Hütten in Höhen zwischen 1.400 und 2.500 Meter. Für Biker, die gut in der Höhe schlafen und gerne in Mehrbettzimmern und Hüttenlagern nächtigen, ist das prima. Der Großteil unserer Gruppe bevorzugte aber Übernachtungen in Pensionen und Hotels. Nicht nur wegen der etwas komfortableren Unterkunft im Doppelzimmer und den warmen Duschen. Auch der erholsamere Schlaf im Tal und die bessere Regeneration waren ausschlaggebende Argumente.

Zweitens: Bei der Variante von Uli Stanciu sind die Umfänge der einzelnen Tagesetappen sehr unterschiedlich. Besonders der letzte Tag mit 67 Kilometern und 2.768 Höhenmetern hat es in sich und schien kein optimaler Abschluss für die Tourenwoche zu sein. Deshalb teilten wir die Etappen folgendermaßen auf:

 

Tag 1 – 42 km, 2.219 hm (davon 686 hm mit der Gondel)

Start: Glurns (916 hm), Anreise am Vortag, Übernachtung: Hotel Belvenu, www.belvenu.com
Ziel: Zufallhütte (2.265 hm), www.zufallhuette.com

 

Tag 2 – 78 km, 2141 hm

Start: Zufallhütte (2.265 hm)
Ziel: St. Walburg (1.147 hm), Übernachtung: Gasthof Eggwirt, www.eggwirt.it

 

Tag 3 – 31 km, 1.345 hm

Start: St. Walburg (1.147 hm)
Ziel: Rabi (1.154 hm), Übernachtung: Alpen Hotel Rabi, www.alpenhotelrabbi.it

 

Tag 4 – 29 km, 1.782 hm

Start: Rabi (1.154 hm)
Ziel: Vermiglio (1.265 hm), Übernachtung: Alpino Albergo, www.albergoalpino.org

 

Tag 5 – 53 km, 2.425 hm

Start: Vermiglio (1.265 hm)
Ziel: St. Caterina (1.750 hm), Übernachtung: Hotel Vedig, www.albergovedig.it

 

Tag 6 – 47 km, 2.331 hm

Start: St. Caterina (1.750 hm)
Ziel: Lago Scale (1.950 hm) Übernachtung: Chalet Villa Valania, www.chaletvillavalania.it

 

Tag 7 – 52 km, 1.969 hm

Start: Lago Scale (1.950 hm)
Ziel: Glurns (916 hm)

 

Highlights

Wie von Uli Stanciu beschrieben, ist die Ortler-Umrundung „ein Bike-Abenteuer mit höchstem Erlebniswert.“ Die vielen Trails und tollen Panoramen machen diese Tour in jedem Fall zu einem einmaligen Bike-Erlebnis, das am letzten Tag mit dem Goldsee-Trail am Stilfser Joch seinen krönenden Abschluss findet.

 

Wermutstropfen

In der Tourenbeschreibung von bike-gps.com sind 17,5 Kilometer Schiebe-/Tragestrecken angegeben. Darauf sollte man sich im Vorhinein einstellen. Zudem sind nicht alle Trails für technisch weniger versierte Biker komplett fahrbar. Loses Geröll und verblockte Passagen erfordern zum Teil eine sehr sichere Fahrtechnik oder werden zu zusätzlichen Schiebestrecken. Die Tour führt täglich durch hochalpines Gelände mit teilweise ausgesetzten Pfaden, auf denen das Bike geschoben oder geschultert werden muss. Man sollte unbedingt für die einzelnen Tagesetappen ausreichend Zeit einplanen.

 

Option zum Kräftesparen: Bike-Shuttle

Neben der Auffahrt mit der Bergbahn von Sulden am ersten Tag (686 hm) kann man durch die Nutzung von Bike-Shuttles Kräfte sparen. So lässt sich am fünften Tag der zähe Asphaltaufstieg über rund 1000 Höhenmeter hinauf zum Gaviapass auch mit dem Bike-Taxi absolvieren. Auch an Tag sechs kann man sich 700 Höhenmeter sparen, wenn man von Bormio per Shuttle hinauf zum Lago Scale fährt.

 

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