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E-MTB Fahrtechnik-Tipps: So meistert man Steilabfahrten

Wer mit seinem Mountainbike oder E-MTB gerne Trails befährt, wird im Gelände früher oder später auf steilere Abfahrten stoßen. Für MTB-Cracks sind sie eine willkommene Abwechslung, für weniger erfahrene Mountainbiker können sie jedoch schnell zum Spielverderber werden. Das muss nicht sein, denn mit diesen Fahrtechnik-Tipps von MTB-Coach Daniel von Kossak lassen sich Steilabfahrten sicher bewältigen.

Steilabfahrten können je nach Tour in jedem Gelände vorkommen: Ob auf dem Flowtrail im Wald oder bei der Mehrtagestour im Hochgebirge. Je technischer und ausgesetzter das Gelände ist, desto wichtiger ist das Beherrschen der richtigen Fahrtechnik, um steile Passagen sicher und ohne Sturz zu meistern.

Unsere Partner von der Mountainbike-Schule Rock my Trail sind Fahrtechnik-Spezialisten und haben in diesem Video alles Wissenswerte zum Befahren von Steilabfahrten anschaulich erklärt.

 

 

Das Wichtigste in Kürze

  • Vor dem Einfahren in die Steilabfahrt: Sattel absenken
  • Anfahren in Grundposition
  • Kurz vor der Abfahrt in die aktive Fahrposition wechseln
  • Den Körperschwerpunkt immer im Lot über dem Motor halten. Je steiler die Abfahrt, desto weiter muss das Gesäß in Richtung Hinterrad/ hinter den Sattel verlagert werden.
  • Wichtig: Immer beide Bremsen benutzen. Um den Speed zu kontrollieren, dosiert man die Bremskraft so, dass 70% auf der vorderen Bremse und 30% auf der hinteren Bremse wirken.
  • Wichtig: Nur wenn der Körperschwerpunkt im Lot über dem Motor bleibt, wirkt genügend Druck auf das Vorderrad, welches dann die Bremskraft auf den Boden übertragen kann.

Vorausschauend fahren

Beim Anfahren auf die Steilabfahrt die optimale Stelle zur Einfahrt erkennen und den Blick dorthin richten. In der Steilabfahrt richtet sich der Blick ans Ende der Abfahrt, nicht direkt vors Vorderrad.

Aktive Fahrposition

Arme und Beine bleiben locker und lassen so das Bike unter dem Körper arbeiten. Die Ellenbogen dürfen nicht einrasten, also zu sehr gestreckt sein, um stets die Kontrolle über das Vorderrad zu behalten. Die Füße stehen mittig auf den Pedalen, und die Ferse ist während der Steilabfahrt abgesenkt. Dies erhöht die Bikekontrolle und Standsicherheit.

Besonderheiten für E-MTBs

E-MTBs verhalten sich in der Steilabfahrt etwas anders als konventionelle MTBs. Wer mit dem E-MTB Steilabfahrten meistern will, profitiert vom niedrigen Schwerpunkt des Bikes. Denn E-MTBs haben durch das Eigengewicht des Motors einen tieferen Schwerpunkt als nicht-motorisierte Mountainbikes.

Das höhere Eigengewicht des E-MTBs führt in der Steilabfahrt zu einer größeren Beschleunigung. Das kontrollierte Bremsen und Dosieren der Geschwindigkeit in der Abfahrt muss deshalb mit dem E-MTB besonders geübt werden.

Tipp

Wer vom konventionellen Bike auf das E-MTB umsteigt, ist gut beraten, sich langsam an Steilabfahrten heranzutasten. Um ein Gefühl für das schwerere Bike zu bekommen, wählt man für die ersten Abfahrten ein mäßig steiles, flach auslaufendes Gelände. Hat man sich an die größere Masse und den tieferen Bikeschwerpunkt gewöhnt, steht auch steileren Abfahrten mit technischen Wurzelpassagen nichts mehr im Wege.

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