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Das Making-Of zum neuen R.X750 Big-Mountain-Video

Mit dem Film zum Launch des neuen ROTWILD R.X750 Big-Mountain-Bikes wollten wir nicht nur unser Bike-Highlight des Modelljahres 2020 vorstellen. Der Film sollte auch veranschaulichen, wie wir die neue Bike-Kategorie "Big Mountain" definieren. Doch von der Idee bis zum finalen, viereinhalb Minuten langen Video galt es, einige Hürden zu überwinden. In diesem Interview verrät uns Regisseur und Produzent Dr. Markus Kink von der Produktionsfirma mediaBOX TV GmbH wie nervenaufreibend, anstrengend und unberechenbar sich der Filmdreh im Lechtal gestaltete.

Wieviel Vorlauf hatte das mediaBOX-Team zur Produktion des Gipfelstürmer-Films?

Wir haben uns im April zum ersten Mal mit dem Brand Management von ROTWILD zusammengesetzt. Hier erfolgten der erste Ideenaustausch und unser Briefing. Nachdem der letzte ROTWILD Film vor gut drei Jahren produziert wurde, sollte für das revolutionäre R.X750 wieder ein Film entstehen. Im Gespräch war dann schnell klar, dass der Film anders aussehen sollte als die Produktionen der meisten anderen Player im Bike-Business, bei denen heftige Musik, Action, schnelle Schnitte und Stunts im Vordergrund stehen. Das Motto: "All Mountain wird erwachsen" sollte auch für den neuen ROTWILD Film gelten.

Und was bedeutete das konkret für die Umsetzung?

Zunächst mussten wir verstehen, was es mit dem neuen E-MTB R.X750, um das es im Film geht, auf sich hat. Das Bike bietet eine gigantische Höhenmeterleistung mit dem leistungsstärksten Akku der Branche. Es ist das erste Bike, das der Chef-Designer Lutz Scheffer exklusiv für ROTWILD designt hat. Der ganze Prozess hat zwei Jahre gedauert, und in dieser Zeit ist Lutz unglaubliche 250.000 Höhenmeter gefahren. Das ist episch. Uns war klar, dass der Film genau das transportieren muss: Hochalpines Biken, das den Flow auch beim Bergauffahren in steilem Gelände erlebbar macht.

Was waren die grössten Herausforderungen im Vorfeld der Produktion?

Durch den langen Winter waren die Berge bis in den Sommer hinein vielerorts schneebedeckt. Das galt selbst in niedrigeren Regionen der Alpen, und eine schnelle Umsetzung des Projekts war unmöglich. Eigentlich sollte der Film schon im Juli fertig sein, und unser gesamtes Filmteam hielt sich für den Dreh bereit. Aber der Schnee machte uns einen Strich durch die Rechnung. Er taute viel zu langsam ab, und letztendlich mussten wir den geplanten Produktionstermin verschieben. Es gab ganz einfach zu viele Unwägbarkeiten.

Bei Outdoor-Filmproduktionen im hochalpinen Terrain sind die Drehtermine selbst im August vom Wetter-Thema extrem abhängig. Für das neue R.X750 Video hat es doch geklappt.

Welche Konsequenzen hatte das?

Zunächst einmal mussten wir unserem Kunden ROTWILD klarmachen, dass der für Juli geplante Launch des Films platzen würde. Das war für alle Beteiligten keine schöne Situation. Für unser Filmteam ist es immer schwierig, wenn man die geblockte Produktionszeit wetterbedingt nicht nutzen kann. Vor allem versuchen wir immer alles Menschenmögliche, um unsere Deadlines einzuhalten, denn der Kunde rechnet mit dem Endprodukt und plant seine Kommunikationsaktivitäten danach. Aber mit dem schlechten Wetter muss man bei Outdoor-Filmproduktionen leider immer rechnen. Als neuen Launch-Termin für den Film stand nun die Eurobike Messe im September fest. Wir mussten also spätestens in der ersten oder zweiten Augustwoche drehen.

Doch dann lief auch nicht alles reibungslos, richtig?

In der Tat. Kaum hatten wir die neuen Termine mit allen Beteiligten abgestimmt, zog eine Schlechtwetterfront über die Alpen. Und anstatt innerhalb von ein paar Tagen vorbeizuziehen, machte sie sich über dem Alpenhauptkamm breit und zog nicht ab. Uns saß die Zeit im Nacken, und das Team wurde langsam nervös. Hektische Telefonate folgten: Wir sollten spontan drehen, morgen würde das Wetter besser. Als Produktionsleiter bekam ich viele kluge Ratschläge von meinen Kollegen, und so stieg auch bei mir die Nervosität gehörig an. Ich sprach mit unserem Protagonisten Lutz Scheffer, schließlich war er nicht nur unser Fahrer und Location-Scout, sondern er hat auch sein Büro in den Bergen, in Garmisch, und ist jeden Tag draußen. Er sollte das Wetter und die Großwetterlage besser einschätzen können als wir. Zum Glück behielt er einen kühlen Kopf und ließ sich von den Wetterkapriolen nicht aus der Ruhe bringen. Wir hielten also an unserem Produktionstermin fest.

War das die richtige Entscheidung?

Zunächst hatte ich da so meine Zweifel. Am Morgen vor der Anreise nach Bach im Tiroler Lechtal rief ich Klaus, den Hüttenwirt des Berggasthauses Hermine, an, wo wir mit dem Team übernachten wollten. Der war überrascht, dass wir bei diesem schlechten Wetter überhaupt kommen wollten. Trotzdem fuhren wir am nächsten Tag los, es war kalt und nieselte. Kurz vor Garmisch setzte dann auch noch strömender Regen ein. Wir fragten uns, was wir hier eigentlich machten. Erst im Lechtal wurde es dann freundlicher, und als wir in Bach ankamen, hatte sich das Wetter tatsächlich beruhigt.

Mit vollem Equipment auf den Bikes unterwegs - auch für die Filmcrew ist so eine Produktion eine große logistische und körperlich anspruchsvolle Herausforderung.

Wie liefen die beiden Drehtage dann in der Praxis ab?

Das gesamte Team war mit den neuen R.X750 E-MTBs ausgestattet. Das war auch gut so, denn jeder von uns hatte 20 oder mehr Kilo Gepäck auf dem Rücken: die RED Kamera, das Steadycam-Rig, die große DJI-Drohne, eine ganze Menge Akkus, Objektive und Zubehör. Ohne die elektrische Unterstützung wäre bereits die Fahrt zu unserer ersten Location eine ziemliche Qual geworden. Lutz hat das Gebiet vor der Produktion gescoutet, und seine Routenwahl war perfekt geeignet, um unser Filmkonzept zu realisieren. Wasserfälle, ein von einer winterlichen Lawine verschütteter Gebirgsbach, der sich wieder durch die Schneemassen gegraben hatte, und das atemberaubende Panorama der Lechtaler Alpen hoch über dem Örtchen Bach gaben eine perfekte Kulisse ab.

Auch mit dem Wetter hatten wir ein irres Glück. Die tief hängenden Wolken über und zwischen den Bergen erlaubten dennoch eine klare Sicht, und durch das Wolkenspiel ergab sich eine besonders dramatische Szenerie. Besser hätte es nicht kommen können. Gerade als wir die letzte Aufnahme des ersten Tages beendeten und die RED Kamera sowie die Drohne einpackten, fing der Regen an. Kurze Zeit später schüttete es wie aus Eimern und wir erreichten völlig durchnässt, aber zufrieden die Hütte.

Klare Anforderungen für das Storyboard: Hochalpines Biken, das den Flow in steilem Gelände erlebbar macht, um die Idee hinter dem R.X750 zu vermitteln.

Der zweite Drehtag sollte dann der Höhepunkt der Produktion werden, sowohl in Bezug auf die geplanten Höhenmeter als auch, was den Inhalt des Films betraf. Es stand die Szene der Gipfelbefahrung auf dem Programm, und das Wetter war viel besser als erwartet – fast ein wenig zu gut, zu sonnig, aber wer will sich darüber ernsthaft beschweren?

In den beiden Drehtagen ist sicher einiges an Höhenmetern und Datenmaterial zusammengekommen, oder?

Durchaus. Als wir nach dem Dreh im Tal die Daten überspielten, kamen gut zwei Terabyte Filmmaterial zusammen. Mit den Bikes und zu Fuß hatte jeder von uns an den beiden Drehtagen insgesamt rund 2.500 Höhenmeter zurückgelegt. Doch die Strapazen haben sich gelohnt, denn wir sind sehr stolz auf das finale Ergebnis. Deshalb möchte ich mich auch an dieser Stelle nochmal ausdrücklich beim gesamten Team und bei Lutz Scheffer bedanken! Wir haben in diesen beiden Produktionstagen nicht nur viele Höhenmeter auf dem Fahrrad und zu Fuß gemacht, wir haben auch trotz widriger Wetterbedingungen die gute Laune und unseren Teamspirit nicht verloren und am Ende ein tolles Ergebnis abgeliefert. Auch Klaus Frey, dem Hüttenwirt vom Berggasthof Hermine, danke ich, denn er hat uns den Aufenthalt mit seinem Humor und seiner urigen Art noch angenehmer gemacht.

Fakten

Konzeption, Produktion, Realisation, Postproduktion: mediaBOX TV GmbH

Storyline & Regie: Dr. Markus Kink

Director of Photography: Vale Rapp

2nd Unit Camera und Focus Puller: Stephan Wieser

Aerials: AirV8

Drone Pilot: Patrick Zander

Drone Camera Operator: Alex Gruber

Schnittregie, Layout und Sounddesign: Dr. Markus Kink

Filmschnitt und Color Grading: Christoph Schrottenloher

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