285 ter Beitrag von 436 Beiträgen

Bike-Service: So findet man eine gute Radwerkstatt

Reifen flicken, Laufrad zentrieren, Schaltung justieren – es gibt immer einen Grund, an seinem Bike herumzuschrauben. Doch oft fehlen Zeit, Werkzeug oder die nötigen Fertigkeiten. Eine gute Werkstatt wäre da gefragt. Mit einem Zweiradmechaniker, der zuverlässig hilft, gut berät und einem am Ende nicht das Geld aus der Tasche zieht. Im Klartext: Eine „Werkstatt meines Vertrauens“. Doch die sind oft schwer zu finden. Maximilian Jenschke hat einige Tipps, worauf man bei der Suche achten sollte. Er ist Zweiradmechatroniker-Meister und weiß, worauf es ankommt.

Viele verzweifeln bei der Suche nach einer guten und bezahlbaren Radwerkstatt, wenn es über das Reifenflicken und Speichenanziehen hinausgeht. Worauf sollte man bei der Suche achten?

Ich denke, dafür gibt es keine hundertprozentige Faustformel. Zertifizierungen sind aber sicherlich ein gutes Indiz, ob die Werkstatt ein entsprechendes Know-how hat und sich auch in Bezug auf neue Entwicklungen weiterbildet. Dies ist vor allem beim Thema E-Bike wichtig. Ansonsten sollten aber auch der erste Eindruck und die Chemie stimmen.

Was macht eine gute Werkstatt in Bezug auf Reparaturen, Service und Beratung aus?

Der Kunde sollte immer im Mittelpunkt stehen, individuell beraten und betreut werden. Geduld und Fingerspitzengefühl sind ebenso wichtig wie schnelle, zuverlässige Hilfe, gute Erreichbarkeit und eine umfassende Beratung. Dabei sind geschultes Personal, ein freundliches Gegenüber und eine vernünftige Werkstattausrüstung unerlässlich.

Was ist weniger anfällig für Reparaturen: Mountainbike, Rennrad oder Citybike?

In meinen Augen ist ein Citybike in der Regel nicht sonderlich wartungsintensiv, da diese Räder mit soliden Komponenten ausgestattet werden und häufig kein sonderlich strapazierendes Terrain befahren. Bei Mountainbikes und Rennrädern gibt es klare Anzeichen von Verschleiß. Wenn beispielsweise die Kette anfängt zu springen, deutet dies auf ein verschlissenes Ritzelpaket hin.

Welche Reparaturen kann man selbst in Angriff nehmen?

Kleinere Reparaturen und Wartungsleistungen wie Kette ölen, Reifen wechseln, Bremse und Schaltung nachstellen sollten für einen versierten Radfahrer kein Problem darstellen. Jemand, der sich nicht sicher fühlt, sollte sich auf das Ölen der Kette beschränken.

Welches Werkzeug sollte man zu Hause haben?  Was gehört zur Grundausrüstung?

Wenn man zu Hause selbst Hand anlegen möchte, sollte man einen Innensechskantschlüsselsatz und einen Torxschlüsselsatz besitzen. Diese beiden Basis-Tools reichen für 60 Prozent der Arbeiten an qualitativ hochwertigen Fahrrädern aus.

Welche Reparaturen sind absolut nichts für Hobbyschrauber?

Reparaturen an E-Bikes sollten strikt dem Fachhandel überlassen werden. Hier wird zu viel Spezialwerkzeug benötigt, außerdem handelt es sich hierbei noch um verschärfte Zulassungen des Gesetzgebers. Alle anderen Reparaturen können selbst durchgeführt werden, solange das Wissen darüber vorhanden ist. Aber wer kein Hintergrundwissen besitzt, sollte die Finger von jeglichen Reparaturen lassen. Am Ende macht er mehr kaputt, als er repariert. 

Wieso kosten Reparaturen oft viel mehr, als vorher von der Werkstatt dafür veranschlagt wurde? 

Da erst bei der Demontage gewisse Defekte auffallen können, kommt dies leider vor. Eine gute Werkstatt sollte eventuelle Defekte schon beim Kostenvoranschlag berücksichtigen. Jeder Kunde wird glücklich sein, wenn er am Ende weniger zahlt als vorher veranschlagt.

Sind eher die kleinen Werkstätten und Läden die Feinen? Oder die großen Radfachmärkte und Rad-Discounter mit Masse und Klasse?

In kleinen „Schrauberbuden“ sitzen meist hochkompetente Schrauber. Jedoch haben auch die großen Werkstätten ihre Vorteile: Sie verfügen in der Regel über ein viel größeres Angebot und somit auch mehr Ersatzteile. Zudem sind durch ihre Größe und die höhere Anzahl an Mitarbeitern die Wartezeiten in der Regel kürzer.

Wie oft sollte man sein Bike im Jahr durchchecken lassen?

80 Prozent der Räder, die in Deutschland gefahren werden, sollten einmal im Jahr zum Kundendienst. Hier ist es nicht anders wie beim Auto. Jedoch gibt es auch Unterschiede zwischen normalen Bikes und E-Bikes. Bei E-Bikes wird vom Hersteller vorgeschrieben, wann welcher Service fällig ist. Grundlegend sollten mindestens die Schaltung, die Bremsen, Reifen und der Steuersatz jährlich nachgestellt und auf Verschleiß geprüft werden.

Sollte man im Winter sein Rad wegen Eis, Schnee, Salz und Regen lieber stehen lassen?

Solange die Räder regelmäßig gereinigt werden, sollten verschiedene Witterungsverhältnisse kein Problem darstellen. Eine entsprechende Reinigung ist aber absolute Pflicht.

ZUR PERSON

Name: Maximilian Jenschke
Alter: 24
Beruf: Zweiradmechatroniker-Meister
Ausbildung: Zweiradmechaniker
Motto: Jeder Tag ist ein neuer Tag, an dem es neue Dinge zu entdecken gibt.

 

Immer up-to-date mit dem ROTWILD Newsletter

Jetzt kostenlos registrieren