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Bike-Fotograf Björn Hänssler im Interview

Björn Hänssler steht seit 20 Jahren hinter der Kamera und hält die besonderen Momente beim Mountainbiken in seinen Bildern fest, die seit Jahren in den renommiertesten Bike-Magazinen erscheinen. In diesem Interview verrät der Profi was ihn beim Fotografieren besonders reizt, welches Kamera-Equipment er benutzt und wie auch Amateuren gute Fotos gelingen.

Was macht für dich ein gutes Bike-Foto aus?

Der Maßstab sind für mich die Leute, die meine Bilder sehen. Wenn ein Bild gefällt, ist es ein gutes Bild. Ich mache Fotos, um sie zu zeigen. Deshalb ist die Meinung der Zielgruppe das entscheidende Kriterium für mich.

Hast du irgendwelche Vorlieben beim Fotografieren?

Ich bin selbst leidenschaftlicher Mountainbiker und unternehme gerne lange Touren oder fahre auch mal einen Marathon mit. Reportagen finde ich persönlich super. Die besten Bilder entstehen immer dann, wenn man selber etwas Faszinierendes erlebt.

Hast du persönliche Tipps für DOs and DON’Ts, die man beim Fotografieren von Bike-Action beachten sollte?

Man sollte sich eine eigene Sichtweise erarbeiten. Sicherlich ist es kein Fehler, von anderen zu lernen. Aber ab einem gewissen Punkt muss man dann eigene Wege gehen. Es ist keine gute Idee, den Stil eines Kollegen zu kopieren.

Will man Mountainbike-Action im Wald fotografieren, können die Lichtverhältnisse schwierig sein. Wie gelingen trotzdem gute Bilder?

In den allerwenigsten Fällen benutze ich bei Stimmungsfotos Blitze. Ich fotografiere vermehrt mit lichtstarken Festbrennweiten, hohen ISO-Zahlen und nutze oftmals den großen Dynamikumfang meiner RAW-Dateien.

Du fotografierst ja in erster Linie MTB-Touren. Welches Equipment benutzt du dabei?

Da ich mein Equipment selber tragen muss oder im Rucksack auf dem Bike mitnehme, versuche ich, eine leichte Ausrüstung einzupacken. Im letzten Sommer habe ich zwei Touren gemacht und dabei lediglich eine kleine Kompaktkamera und einen Ersatzakku mitgenommen. Die RX-Serie von Sony bietet bei 300 Gramm Gewicht unfassbare Bildqualität.

Wenn ich allerdings für Magazine fotografiere und zum Beispiel Testfotos von Bikes mache, wird doch oft eine Blitzanlage verwendet. Hier steht das Bike im Vordergrund, und man hat auch nicht die Zeit, auf perfektes Licht zu warten. Außerdem spielt das Gewicht der Ausrüstung dann eher keine Rolle.

Welche „Einsteiger-Ausrüstung“ würdest du jemandem empfehlen, der mit dem Fotografieren von Bike-Action anfangen will?

Ein großes Augenmerk würde ich aufs Gewicht legen. Die beste Kamera ist die, die man dabei hat. Im Moment tut sich unheimlich viel bei den spiegellosen Systemkameras. Marken wie Fuji, Sony und auch die MicroFourThird-Hersteller zeigen den etablierten Brands wie Canon und Nikon, was in diesem Bereich möglich ist. Ich experimentiere seit Jahresbeginn mit einer Olympus EM-1Mark2 und bin begeistert von diesem kleinen Ding.

Hast du sonst noch irgendwelche Tipps für gute Bike-Shots?

Mit allgemeinen Tipps wie: „Sonne lacht – Blende acht“ oder „Sonne im Rücken – das Bild wird dir glücken“, tue ich mich schwer. Man muss schon Geduld mitbringen und genau hinschauen. Auch wir Profis kämpfen manchmal lange mit einem Motiv, bis etwas Vernünftiges dabei heraus kommt.

 

Steckbrief

Name: Björn Hänssler

Alter: 43 Jahre

Beruf: Fotograf (gelernter Dipl. Wi-Ing. FH)

Fotografiert seit: erste Kamera mit ca. sechs Jahren, ernsthafte Fotos seit 1997

Website: www.bopicture.de

Social Channels: facebook.com/bopicture, Instagram: bopicture1997

 

 

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