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Alleskönner: Marc Faude über die neuen ROTWILD T+ Modelle

Als Product Manager der ROTWILD Bikes war Marc Faude maßgeblich an der Entwicklung der neuen ROTWILD T+ Modelle beteiligt. Der Einsatzbereich dieser Bikes ist extrem vielseitig. Alltagsradler und Pendler, die gerne mal die Offroad-Route abseits des asphaltierten Radweges nutzt, kommen genau so auf ihre Kosten wie extreme Touren-Mountainbikern die mit Gepäck über die Alpen radeln.

Auf welche Details bei der Neuentwicklung dieser Crossover-E-Bikes besonders viel Wert gelegt wurde und warum sie klassischen Touringbikes haushoch überlegen sind, verrät Marc Faude in diesem Interview.

Was war die Zielsetzung bei der Entwicklung der beiden neuen Modelllinien R.T+ Tour und R.T+?

Wir sehen seit geraumer Zeit, dass sich der E-MTB Einsatz nicht auf den rein sportlichen Geländeeinsatz beschränkt. Diese Bikes werden zusätzlich mehr und mehr in den Alltag eingebunden. Somit stand für uns bei der Entwicklung zunächst ganz klar das Bedürfnis der Kunden nach einem vielseitigen Rad für den Alltag im Vordergrund. Die sportliche DNA eines klassischen Mountainbikes sollte dabei aber grundsätzlich bestehen bleiben und mit nützlichen Komponenten ergänzt werden.

Außerdem gibt es bei Touringrädern einen klaren Trend. Die Nachfrage nach klassischen Tourenbikes, mit und ohne E-Antrieb, ist längst nicht mehr so stark. Viel mehr suchen die Leute fürs Touring und Pendeln in die Arbeit eher aufgerüstete E-Mountainbikes.

Hell und funktionell: Das Supernova Mini 2 Frontlicht.

Warum ist das so?

Die Vorteile liegen auf der Hand. Mountainbikes bieten kompakte Geometrien und deutlich robustere Komponenten wie Federgabeln, Scheibenbremsen und breitere Reifen.

Bei den ROTWILD Touring Modellen der T+ Serie gibt es zwei verschiedene Optionen: Das R.T+ Tour und das R.T+. Was sind die wichtigsten Unterschiede hinsichtlich Ausstattung und Einsatzbereich?

Wir bieten dem Kunden zwei Optionen auf einer identischen Rahmenbasis: Beim R.T+ Core und beim R.T+ Pro bleiben wir mehr Mountainbike, also mit Fox 34 Gabel und beim R.T+ Pro sogar mit Dropperpost, haben aber den Rahmen schon mit einem Seitenständer ausgerüstet und alle Vorbereitungen zum Anbringen von Schutzblechen oder Gepäckträger vorgesehen.

Das R.T+ Tour hingegen hat schon Schutzbleche, Gepäckträger und Licht serienmäßig und läuft auf etwas schmälerer Bereifung. Perfekt für Asphalt und leichteres Gelände.

Dank der robusten FOX 34 Float 100 Federgabel und Continental X-King Bereifung ist das ROTWILD R.T+ voll Offroad tauglich.

Gab es Anforderungen, die im Entwicklungsprozess eine besondere Herausforderung waren?

Es liegt wie so oft an den Details. Gerade die Ausführung der Schutzbleche und des Gepäckträgers hat uns an vielen Touringbikes bisher nicht gefallen. Hier mussten wir uns also etwas Besonderes einfallen lassen. Bei unserer Lösung passt nun alles wie angegossen und ist robust, stylish und funktional.

Wie wichtig ist das Thema „geringes Gewicht“ bei Touringbikes?

Minimales Gewicht steht bei allen unseren Fahrrädern im Vordergrund. Auch bei den E-Bikes kann man mit cleveren Details schnell ein paar Kilo einsparen. Das spürt man im Handling der Bikes enorm. Um einen tiefen, zentralen Schwerpunkt zu erreichen ist eine gute Positionierung des Motors und des Akkus wichtig. Dies sorgt am Ende für den gewünschten Fahrspaß und die nötige Agilität.

Bei allen R.T+ Modellen spart die kompakte Integration des Antriebs Gewicht.

Würde im Touring-Bereich die Verwendung von Karbonrahmen in Zukunft Sinn machen?

Durchaus, denn Verbundmaterialien sind die Werkstoffe der Zukunft. Im Rennrad sowie bei den herkömmlichen Mountainbikes gehören Karbonrahmen schon zur Normalität. Warum sollte man die Gewichtsvorteile, die extrem steifen Eigenschaften und die Möglichkeiten der freien Formgebung , nicht auch bei Touring E-Bikes nutzen?

Gibt es einen Richtwert, wie lange der 648 Wh Akku im R.T+ Tour hält, wenn man auf einer Biketour oder beim Pendeln in die Arbeit nur mit der leichtesten Unterstützungsstufe fährt?

Das ist sehr individuell und wird durch viele Faktoren beeinflusst. Ich wiege zum Beispiel 70 Kilo und komme oft bei Tagestouren von 2.500 Höhenmetern mit einer einzigen Akkuladung aus.

Praktisch: Der stabile Seitenständer ist bei allen ROTWILD T+ Modellen Standard.

Die vier Unterstützungsstufen des Brose S Drive Motors lassen sich ja individuell anpassen. Ist so etwas für den Alltagsgebrauch wichtig oder nur eine Funktion für Technik-Freaks?

Wer engagiert mit seinem Bike fährt, wird immer nach Optimierungspotenzial Ausschau halten. Speziell wenn es darum geht mit seiner verfügbaren Energie hauszuhalten und die größtmöglichen Distanzen zurückzulegen. Hier ist eine feine Einstellmöglichkeit der Unterstützungsstufen ein klasse Tool, um die Performance des Bikes an seine individuellen Vorlieben anzupassen.

Wie einfach lässt sich ein R.T+ PRO und CORE alltagstauglich machen und was muss ich dafür beachten?

Am leichtesten gelingt dies mit Kunststoff Steckschutzblechen und einem Batterie LED Rücklicht – das ist eine Sache von wenigen Minuten und auch schnell wieder abgenommen. Für diejenigen, die es dauerhafter bevorzugen, empfehle ich eine verschraubte Schutzblechmontage mit Streben, einen fest angebauten Gepäckträger sowie ein verkabeltes Rücklicht, welches vom Hauptakku gespeist wird. Die Vorbereitungen sind alle ab Werk getroffen und können einfach vom Fachhandel angebaut werden.

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