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Alles, was man über die E-Bike Motoren von Brose wissen muss

Bei allen E-Bikes setzt ROTWILD auf den bewährten elektronischen Antrieb aus dem Hause Brose. Warum eigentlich? Um das zu klären und mehr über den kleinen und leisen Motor mit Riemenantrieb zu erfahren, trafen wir Ulrich Noack, Entwicklungsingenieur Brose Antriebstechnik, zum Interview. 

Wodurch unterschiedet sich ein Brose E-Bike Motor von anderen Systemen auf dem Markt?

Es gibt einige wesentliche Vorzüge unseres Motors. Er ist besonders leise und vibrationsarm dank eines Zahnriemens, den wir einsetzen. Zudem können wir das Tretmoment sehr genau messen. Damit werden die Steuersignale besonders realitätsgetreu geregelt. Das ermöglicht eine kraftvolle und harmonische Tretunterstützung und sorgt für ein natürliches Fahrgefühl. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Motor komplett entkoppelt, wenn er abgeschaltet ist. So ist ein widerstandsloses Fahren möglich, ganz wie mit einem klassischen Fahrrad. Durch seine kompakte Form und den flexiblen Einbauwinkel kann der Antrieb optisch ansprechend in den Fahrradrahmen integriert werden.

 

Inwiefern helfen die Erfahrungen von Brose aus der Automobilbranche bei der Entwicklung von Motoren für E-Bikes?

Wir haben die Strukturen des Produktentwicklungsprozesses aus der Automobilindustrie übernommen und unseren besonderen Bedingungen angepasst. So konnten wir von bewährten Abläufen, Analyseinstrumenten und Qualitätsmethoden profitieren. Zudem stehen wir zu Entwicklungsthemen und Produktionsfragen im engen Austausch mit den Kollegen aus der Brose Gruppe. Dieser Wissens- und Erfahrungstransfer nützt uns allen.

 

Wie lange dauert der Entwicklungsprozess eines E-Motors vom ersten Prototypen bis zum fertigen Produkt?

Ein millionenfach bewährter Lenkungsmotor für Autos war die Basis für unseren e-Bike Antrieb. An der Entwicklung haben unsere Ingenieure drei Jahre gefeilt. In jeder Entwicklungsstufe wurde der Motor intensiv getestet und geprüft, bevor er in Serienproduktion ging.

 

Was sind die größten Herausforderungen die es bei der Entwicklung von Motoren für E-Bikes zu meistern gilt?

Motoren müssen sehr leicht und möglichst leise sein, das gilt für e-Bikes und für Autos. Bei e-Bikes ist außerdem die Sensorik besonders wichtig. Der Antrieb soll den Fahrer möglichst intuitiv unterstützen, er darf nicht einfach anschieben. Das erfordert eine genaue Abstimmung aller Komponenten. Sowohl in der Auslegung des Motors als auch des Getriebes muss der Antrieb harmonieren. Deshalb haben wir von Beginn an den Systemgedanken verfolgt und das Fahrverhalten berücksichtigt.

 

Und wie haben Sie diese bei den aktuellen Antrieben bewältigt?

In der Entwicklung legen wir einen Schwerpunkt auf die Softwareabstimmung des Antriebs und achten auf leistungsfähige Sensoren, die das Fahrverhalten genauestens abfragen und auswerten können. Der Riemenantrieb ist ein wesentliches Charakteristikum unseres Getriebes und macht unseren Antrieb sehr leise. Außerdem setzen wir Leichtbaumaterialien ein, um einen Gewichtsvorteil zu erzielen.

 

Ein möglichst energiesparender Antrieb ist ja für eine lange Akkuleistung von Vorteil. Wie gelingt es Ihnen den besten Kompromiss zwischen hoher Leistung und geringem Energieverbrauch zu finden?

Dieser Kompromiss gelingt  nur mit einem hohen Wirkungsgrad. Wir erreichen ihn, indem wir interne Leistungsverluste im Antrieb möglichst klein halten. Das bezieht sich sowohl auf Elektronik als auch Mechanik.

 

Welche Vorteile bietet die Entwicklung und Fertigung aller Bauteile in Deutschland?

Für die Brose e-Bike Antriebe arbeiten in Berlin alle Bereiche an einem Ort. Wir können uns auf kurzen Wegen abstimmen, Produktentwicklungen schneller testen und umsetzen. Darüber hinaus schätzen die Fahrradhersteller die räumliche Nähe zu Brose. Dadurch ist ein direkter Austausch einfacher möglich und es können schneller Lösungen gefunden werden.  

 

Wird das finale Produkt durch die Fertigung in Deutschland nicht wesentlich teurer?

Nein, weil wir unsere hohen qualitativen Standards überall setzen würden. Außerdem ist der Automatisierungsgrad so hoch, dass wir effizient produzieren können. Ein weiterer Vorteil ist, dass wir durch den Bezug zur Automobilindustrie Komponenten in großen Stückzahlen beziehen. Entscheidend ist für uns aber, dass wir in Deutschland unsere hohen Qualitätsstandards besser und kostengünstiger sicherstellen können.

 

Was können wir Sachen E-Bike Antriebe für die Zukunft erwarten?

Noch in diesem Jahr werden wir eine neue Fahrsoftware anbieten, welche die Effizienz und Leistungsentfaltung unseres Antriebs weiter verbessert. Darüber hinaus arbeiten wir kontinuierlich an der Weiterentwicklung des Motors und an Produktvarianten. Ziel ist es, durch leichtere Materialien nochmals Gewicht einzusparen. Und sicherlich wird in Zukunft auch das Thema Connectivity eine große Rolle für unsere e-Bike Antriebe spielen.

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