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Hirsch2002

Treffpunkt vom 02.08.2017 14:02 Aktualisiert am 16.09.2017 18:16

Neues Rotwild Design

Wie gefällt euch das neue Lackdesign von Rotwild?
Ich finde es ganz nett aber wirklich gut gefällt es mir nicht . Die 4 mickrigen
Streifen die wie Kabelbinder aussehen sind Meilenweit von dem Bike-Design das für die Marke typisch ist entfernt. Da waren einige der Farbvorschläge aus dem Wettbewerb deutlich besser.
Das Erkennungsbild das die Bikes ausgemacht hat geht jetzt in der Masse der Anderen Räder unter.
Was meint ihr zu dieser Änderung?

vom 15.09.2017 20:11
Ich lese hier schon lange mit, besitze mittlerweile das 4. Rotwild Rad (über die letzten 7 Jahre) und kann bei der Argumentation hier das ganze so langsam nicht mehr unkommentiert lassen. Natürlich ist das Design nicht mehr dasselbe wie vor 20 Jahren. Als Fan der Marke Rotwild sage ich "Gott sei dank". Nicht weils damals hässlich war, sondern weil es nach 20 Jahren auch mal Zeit ist, sich weiter zu entwickeln. Bequem kann jeder, Veränderung braucht Mut. Um am Markt bestehen zu bleiben und den ein oder anderen, neuen (und vielleicht auch mal jüngeren) Kunden zu gewinnen, muss sich eine Marke mit Sicherheit hin und wieder mal weiterentwickeln. Da ist Rotwild kein Einzelfall, sondern folgt prominenten Beispielen (Apple, Mercedes, Volvo etc). Wenn ich nun höre, dass du die Marke nun so angehst, weil sich ein Design zwar geändert, die inneren Werte (Ingenieurskunst, Qualität, Innovation, Kundennähe, Detailverliebtheit) aber gleichgeblieben sind, dann tut es fast nicht mehr leid, so eine Haltung als Oberflächlichkeit abzustempeln. Wird ein Rad auf dem Trail bewegt, sollten Funktion und Performance im Vordergrund stehen, steht es nur im Keller herum, würde ich mich auch lediglich am Design aufreiben.
hgboomers' Beitrag ist klasse, wenn er sagt, dass man nicht von großer Entfernung aus sehen muss, auf welchem rad man unterwegs ist. Und er hat recht: es reicht doch vollkommen aus, wenn du einen tollen trail genießen kannst und die performance des Bikes die Hauptrolle spielt. Gruß, Chris
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at021971

vom 15.09.2017 21:58
Von Zeit zu Zeit hat sich das Rotwild Design auch über die letzten 20 Jahre immer mal wieder verändert. Dabei gab es gute, aber auch die eine oder andere mäßige Adaptionen der rotwildtypischen Designelemente. Die Weiterentwicklung erfolgte über diese Zeit eher behutsam, orientierte sich dabei immer an den ursprünglichen Designelementen und deren Formensprache, veränderte und variierte diese ohne aber einen Bruch mit dem bisherigen Design darzustellen.

Mit dem Modelljahr 2016 begann die Abkehr von dieser Strategie. Mit dem kommenden Modelljahr hat man sich durch die Wahl einer neuen Agentur für das Produktdesign weitestgehend von den Designern und damit letztendlich auch von den rotwildtypischen Designelementen verabschiedet.

Dabei ist Veränderung nichts Schlechtes. Nein sie ist gut, notwendig und sehr wichtig um sich an die Zeit anzupassen und nicht in der Vergangenheit zu erstarren. So etwas setzt man aber langsam und in kleinen Schritten um und vermeidet abrupte Brüche. Porsche wäre heut nicht da wo sie sind, wenn sie so beim 911 vorgegangen wären. Apple wohl auch nicht, wenn sie das sich zu Eigen gemachte Braun Design nicht in kleinen Schritten weiterentwickelt hätte. Mercedes ist zudem ein schlechtes Beispiel. Sie verzichten ja auch nicht auf den Stern auf der Haube und den typischen Kühlergrill. Sie bieten bei einigen Modellen jedoch eine Alternative, die aber auch sehr tief in der Historie verankert ist.

Bei dem aktuellen Rotwild Design kann ich leider mittlerweile auch zu einem Specialized greifen. Die tun sich da nicht mehr viel. Specialized bietet dabei ein komplettes Portfolio und nicht nur noch zwei eigenständige Modelle (ohne eMobile). Sie verfolgen zwar auch keine so stringente Designphilosophie, sind aber wohl was die Integration und Abstimmung aller Komponenten eines Bikes aufeinander angeht auf einem Level, den ein kleiner Hersteller wie Rotwild sich mangels Masse und Interesse von Partnern gar nicht leisten kann. Und ein Specialized S-Works kann man sich mittlerweile zu gleichen Konditionen aufbauen wie ein Rotwild, welches zu meinem Bedauern gar nicht mehr Rotwild sein will. ;-)

Thomas
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hg-boomer

vom 16.09.2017 06:10 Aktualisiert am 16.09.2017 06:20
@Thomas: Ich wiederhole mich zwar, aber wo ist das Problem? Alles kann, nichts muss! Über Design zu streiten ist m.E. mühselig und ergebnislos. Der eine mag rote Socken, der andere schwarze, der eine trägt kurze Haare, der andere steht auf Vokuhila. Für meinen Geschmack könnten die RW-Bikes ruhig eine frechere Farbgebung haben, aber was soll´s? Ich habe mein RX+ nicht gekauft, um in der Garage stundenlang Bilder vom Anstrich zu machen, sondern um es zu FAHREN. Wichtig ist für mich allein, dass das Bike Spaß macht. Wenn du RW nicht (mehr) magst, kaufe ein Specialized. Ich denke, RW wird es verkraften.

vom 16.09.2017 10:15
Ich sehe es hier genau wie hg-boomer (der wohl mit seinem RX+ offenkundig sehr zufrieden ist). Es werden maßgeblich die inneren Werte der Rotwilds gelobt und gefeiert und trotzdem hängt sich die Diskussion am Anstrich auf. Hätte ich mich damals von meiner Frau getrennt, als sie sich die Haare rot färbte, wäre ich heute wahrscheinlich alleine und unglücklich.

Und ob es sein muss, dass ich mich bei einer Marke nur dann wohl fühle, wenn sie mir ein komplettes Sortiment (MTB und Ebike) anbieten, sei mal dahin gestellt. Wenn ich mich bei den drei Händlern in meinem Umkreis mal aufmerksam im Laden umschaue, stehen dort noch immer genau die Räder der letzten Jahre herum, die es nun 2018 nicht mehr gibt. Für mich ein ganz logischer und einleuchtender Schritt von RW diese also zu streichen.
RW wird es sicherlich verkraften, wenn einige eingefleischte Fans beleidigt wechseln, wenn sich dafür plötzlich umso mehr für die Marke interessieren.
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at021971

vom 16.09.2017 15:57
Das Design ist nur ein trauriger Punkt in der Modellpalette für das Jahr 2018. Von bisher fünf Bike-Kategorien (Race/Cross Country/All Mountain/Enduro/Gravity) bedient Rotwild im nächsten Jahr abseits ihrer eMobile nur noch drei mit eigenen Bikes (Race/All Mountain/Enduro).

In der Race-Kategorie sind die beiden verbliebenen originären Rotwild Bikes (R.GTS und R.S1) schon ein paar Jahre alt und basieren auf alter Carbon-Technologie. Das neue R.R2 HT hingegen ist gar kein echtes Rotwild Bike, sondern wurde einfach einem Entwicklungsprogramm für einen ADP Kunden (ZEG/Bulls) entliehen und im neuen Rotwild Design bemalt und als solches angeboten. Auf ein neues R.R2 FS Fully hat man für 2018 gänzlich verzichtet. Was aber auch besser ist, wenn man sich das entsprechende Fully von Bulls anschaut, was vermutlich aus der Feder von ADP stammt und wohl auch für eine eine Rotwild R.R2 FS hätte herhalten müssen.

Die Cross Country Kategorie, also die Alu Modellen R.C1 HT und R.C1 FS, sucht man für das Modelljahr 2018 vergeblich. Auf diese hat Rotwild diesmal ganz verzichtet und bietet weder etwas neues an noch greifen sie auf Modelle der vergangenen Modelljahre zurück.

In der All Mountain und Enduro Kategorien gibt es mit dem R.X2 FS und dem R.E1 FS die einzigen neueren, aber nicht neuen und dabei originären Rotwild Bikes. In der Enduro Kategorie gibt es aber zum ersten Mal in der Rotwild Geschichte NICHT den gleichen Rahmen über alle Ausstattungsvarianten. Den R.E1 FS Rahmen gibt es nun je nach Ausstattung mit einem Alu oder Carbon Hinterbau. Dieser Hinterbau ist auch gleichzeitig die einzige echte Rotwild Neuerung für die 2018er Modellpatte. Bisher hat man bei Rotwild immer über alle Ausstattungsvarianten den gleichen Rahmen bekommt, das hat sie bisher von den meisten anderen Herstellern unterschieden, die ihre am höchsten entwickelten Rahmen nur den Top-Modellen vorbehalten haben.

Darüber hinaus sucht man für das Modelljahr 2018 auch die Gravity Kategorie (R.G1 FS) vergeblich.

Alles im allem gibt es für das Modelljahr 2018 abseits der eMobile nur noch eine Rumpfmodellpalette mit je zwei recht alten und zwei relativ neuen Modellen. Für mich zeigt das alles ganz klar in eine Richtung. Rotwild verabschiedet sich langsam aber sicher aus dem Kreis der innovativen und damit ernstzunehmenden Bike-Hersteller und wird sich in absehbare Zeit nur noch auf die Entwicklung ihrer eMobile fokussieren.

Thomas
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hg-boomer

vom 16.09.2017 18:16
Hallo Thomas. Ich denke, nicht nur mir ist immer noch unklar, was Du uns mit Deinen umfangreichen Beiträgen sagen willst. Die ADP Engeneering GmbH als Eigentümer der Marke RW hat, wenn das alles stimmt, was Du schreibst, eine unternehmerische Entscheidung getroffen. Und wenn RW sich - möglicherweise - entschieden hat, sich künftig auf den E-Bike-Sektor zu konzentrieren, dann wird es eine bestimmte Käuferschicht freuen, während andere vielleicht enttäuscht sind. Daher noch einmal: Wer will, der kann...

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