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Mit 5 Platten und einem aufgeschlitzten Reifen schleppten wir uns heute nach über 7 Stunden ins Ziel und haben die Chance aufs Podium wohl endgültig verschenkt
Nachdem wir die ersten Etappen ohne größere Defekte überstanden haben, wurden wir heute scheinbar dafür mehr als doppelt bestraft. Gleich auf den ersten Kilometern der längsten Etappe in der Cape Epic-Geschichte hatte ich meinen ersten Platten. Klaus gab mir sein Hinterrad und ich arbeitete mich wieder nach vorne. Das gleiche tat Klaus nachdem er den Reifen repariert hatte. Doch entsprechend viel Verkehr im mittleren Feld verhinderte ein allzu schnelles Vorankommen. Beim ersten Waterpoint musste ich dann auf Klaus warten. Ab da starteten wir dann gemeinsam unsere Aufholjagd und wir waren wirklich sehr gut unterwegs. Wir profitierten aufs Neue von Klaus Stärke, das taten aber auch ca. 30 weitere Fahrer, die sich hinter unseren doch eher schmächtigen Windschatten einreihten. Doch wir behilten unseren Rhythmus bei, versuchten uns allerdings nicht allzusehr zu verausgaben, da der eigentliche Anstieg erst ab Kilometer 100 beginnen sollte. Gleich zu Beginn des Berges fuhren wir dann auf das vor uns liegende Schweizer Mixed-Team auf oder um in Klaus' Worten zu sprechen: "Sie kamen uns am Berg entgegen". Sie hatten wohl einen ähnlich schlechten Tag, was ihre körperliche Verfassung anging.
Bei uns ging es richtig gut bergauf und am Gipfel vom Groenland-Berg hatten wir einen satten Vorsprung herausgefahren, der, im Nachhinein betrachtet, locker für den Sprung auf Platz 3 im Gesamtklassement gereicht hätte.
Ja "hätte", doch dann kam eine wirklich lange und ruppige Abfahrt und Klaus hatte den ersten Platten relativ weit oben, den nächsten kurze Zeit später. Der Reifen war aufgeschlitzt, so dass ich beschloss alleine weiter abzufahren, um beim nächsten Waterpoint einen neuen Reifen zu organisieren. Klaus hatte in der Zwischenzeit improvisiert und konnte wieder fahren...bis zum nächsten Platten. Jetzt war er auch mit den Schläuchen und seiner Kraft am Ende. Ich kämpfte mich derweil mit dem neuen Reifen den Berg entgegen der Fahrtrichtung rauf, was nicht ganz ungefährlich war. Nach ungefähr 45 Minuten fanden wir uns dann auf der Mitte der Abfahrt wieder.
Total demotiviert und frustriert, weil wir wussten, wieviel heute drin gewesen wäre. Die lange Etappe war unsere Chance, die wir genutzt haben, aber nicht belohnt wurden.
Trotzallem machen wir weiter wie bisher, heute erstmal Reifen wechseln, Bikes wieder bereitmachen, morgen ist wieder ein neuer Tag, auch wenn wir im Gesamt-Klassement nichts mehr ausrichten können. Schade, die Form hätte gepasst.
Aber, wie immer, das Wichtigste ist, dass wir beide immer noch ohne größere Blessuren davon gekommen sind.
Als Trostpflaster gibt es heute Abend ein richtig gutes Glas südafrikanischen Rotwein, das haben wir uns verdient.
Bis morgen,
cari saluti aus Oak Valley,
Kerstin & Klaus
